Bremer Friedehorst-Stiftung gibt Rehaklinik ab

  • Stiftung Friedehorst will sich mit Verkauf sanieren
  • Stiftung war in die roten Zahlen geraten
  • Johanniter-Ordenshäuser Bad Oeynhausen übernimmt Rehaklinik
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Die Bremer Friedehorst-Stiftung hat ihre Rehaklinik in Bremen-Lesum an die Johanniter-Ordenshäuser in Bad Oeynhausen verkauft. (Archivbild) Bild: Friedehorst gGmbH

Die finanzielle Sanierung der Bremer Stiftung Friedehorst schreitet weiter voran. Die Johanniter-Ordenshäuser in Bad Oeynhausen haben Anfang Januar das Neurologische Rehabilitationszentrum im Bremer Norden von der Stiftung übernommen. Standort und Arbeitsplätze blieben erhalten, teilte die diakonische Einrichtung mit.

Friedehorst hatte die Reha-Klinik vor knapp 35 Jahren gegründet. Wegen roter Zahlen wollte sich die Stiftung zuletzt von ihr trennen, um sich auf andere Geschäftsbereiche konzentrieren zu können. Die Johanniter gehören wie Friedehorst zur Unternehmensfamilie der Diakonie. Als Gründe für das Defizit nannte Friedehorst-Vorstand Pastor Michael Schmidt die Rahmenbedingungen im Gesundheitsmarkt und insbesondere im Rehabilitationsmarkt. Sie seien in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden.

Das Haus lässt sich nur mit einer signifikant höheren Bettenzahl wirtschaftlich betreiben.

Pastor Michael Schmidt, Vorstand Friedehorst-Stiftung

Mit den Johannitern gebe es einen bundesweit agierenden finanzstarken Partner, der in der Lage sei, das notwendige Geld zu investieren. Das Reha-Zentrum habe bundesweit einen hervorragenden Ruf, sagte der Chef der Johanniter, Frank Böker. "Es gibt unsererseits ein klares Bekenntnis zum Standort Bremen-Lesum, zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zu Investitionen am Standort", ergänzte er. Über den Kaufpreis sowie weitere Details des Kaufvertrages wurde Stillschweigen vereinbart.

Stiftung Friedehorst ist größte diakonische Einrichtung in Bremen

Muttergesellschaft der Johanniter-Ordenshäuser Bad Oeynhausen ist die Johanniter GmbH. Zu diesem Unternehmen gehören eigenen Angaben zufolge mehr als 100 stationäre Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, darunter Krankenhäuser, Fach- und Rehabilitationskliniken, Seniorenhäuser, ambulante medizinische Einrichtungen sowie Dienstleistungsunternehmen.

Die Stiftung Friedehorst ist Bremens größte diakonische Einrichtung. Aktuell betreuen 1.200 Mitarbeitende eigenen Angaben zufolge in der Alten- und Behindertenhilfe sowie in einem Berufsförderungswerk jährlich etwa 2.000 Menschen. Bereits Anfang November hatte Friedehorst die Trägerschaft ihres Eduard-Nebelthau-Gymnasiums an einen Elternverein übergeben. Auch diese 2007 gegründete Privatschule schrieb rote Zahlen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 15. Januar 2020, 23:30 Uhr