Bremer stehen durchschnittlich 27 Stunden pro Jahr im Stau

  • Im vergangenen Jahr standen Pendler zehn Stunden weniger im Stau als 2019
  • Bremerinnen und Bremer fuhren täglich durchschnittlich zwölf Prozent weniger
  • Zahl der Unfälle laut Analyse um 19 Prozent gesunken
Hochstraße am Breitenweg in Bremen mit Verkehrsschild Kraftfahrstraße und Autos im Stau stehend.
Wenn es auf der Hochstraße mal wieder nicht voran geht: Laut des Verkehrsdatenanbieters Inrix standen die Bremerinnen und Bremer 2020 durchschnittlich 27 Stunden im Stau. Bild: DPA | picture alliance

Stau auf dem Weg zur Arbeit, Stau auf dem Weg nach Hause: Auch im Corona-Jahr 2020 blieb das vielen Menschen, die von und nach Bremen pendeln, nicht erspart. Und das, obwohl Beschränkungen und Homeoffice für deutlich weniger Verkehr sorgten.

In der jetzt veröffentlichten Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix liegt Bremen wie im Vorjahr auf dem neunten Platz. In der Hansestadt verloren Pendler im vergangenen Jahr durchschnittlich 27 Stunden. 2019 waren es noch 37 Stunden, dennoch hat sich an der Platzierung Bremens in dem Ranking nichts verändert. Die durchschnittliche tägliche Fahrleistung sank der Analyse zufolge angesichts der Pandemie in Bremen um zwölf Prozent. Die Zahl der Unfälle ging in Bremen um 19 Prozent zurück.

In Hannover beträgt der durchschnittliche Zeitverlust 28 Stunden

Auch in Hannover haben Pendler im Corona-Jahr 2020 spürbar weniger Zeit in Staus verloren als ein Jahr zuvor. Wer in Hannover mit dem Auto zur Arbeit fuhr, musste im Durchschnitt mit einem Zeitverlust von 28 Stunden rechnen – nach 40 Stunden im Jahr zuvor. Hannover erreichte damit bundesweit den siebten Platz in dem Ranking und kletterte damit um einen Platz. In der niedersächsischen Landeshauptstadt sank die durchschnittliche tägliche Fahrleistung den Daten zufolge im vergangenen Jahr um 16 Prozent, die Zahl der Unfälle um 17 Prozent.

Bundesweit am stärksten leiden mit 65 Stunden nach wie vor die Münchner unter Staus. Nummer zwei bleibt Berlin mit 46 Stunden – immerhin 20 weniger als im Jahr davor. Dahinter folgt Nürnberg: Weil der Zeitverlust dort nur um sieben auf 35 Stunden sank, springt die Stadt vom sechsten auf den dritten Platz der Stau-Städte. Hamburg liegt mit 33 Stunden auf Rang vier vor Leipzig (31), Freiburg (30), Hannover (28), Düsseldorf und Bremen mit je 27 Stunden sowie Stuttgart mit 26.

Inrix profitiert von Stauproblemen

"Das Coronavirus verändert die Art und Weise, wann, wo und wir uns bewegen", erklärte Bob Pishue, Verkehrsanalyst bei Inrix. "Die morgendlichen Pendlerströme in die Städte gingen weltweit zurück, da die Menschen ihre Fahrten zu Büros, Schulen, Einkaufszentren und anderen öffentlichen Orten reduzierten." Inrix verkauft Verkehrsanalysen und Dienstleistungen für vernetzte Autos an Verwaltungen und Unternehmen. Je größer die Stauprobleme erscheinen, desto besser sind die Geschäftsaussichten des Unternehmens.

Experten sehen Stau-Rankings mit gemischten Gefühlen. So findet Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum, sie grundsätzlich "ein Stück weit problematisch", weil sie Besonderheiten der einzelnen Städte nicht ausreichend berücksichtigten. "Die Platzierung im Ranking sagt wenig über die Qualität des Verkehrsmanagements oder das Angebot alternativer Verkehrsmittel aus", sagt er. Dennoch lieferten die Studien gewisse Hinweise: "Es gibt kaum eine bessere Datengrundlage, um das Stau-Geschehen zu bewerten."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 9. März 2021, 23:30 Uhr