9 Prozent der Häuser in Bremen sind besonders von Starkregen bedroht

Aktuelle Klimamodelle zeigen, dass extreme Wetterlagen in Zukunft vermehrt auftreten werden. In Bremen sind naturnahe Wohngebiete bei Starkregen besonders gefährdet.

Starkregen vor dem Hauptbahnhof in Bremen
Forscher sind sich sicher: In Zukunft wird es immer öfter extreme Wetterereignisse wie zum Beispiel Starkregen geben. Bild: Radio Bremen

Auch in Bremen können einige Wohngebiete bei Starkregenereignissen von hohen Sachschäden besonders betroffen sein. Das geht aus dem Forschungsbericht des Deutschen Wetterdiensts (DWD) gemeinsam mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Die Forscherinnen und Forscher verzeichneten seit Beginn der Studie im Jahr 2001 mehr als 11.000 Starkregenereignisse überall im Bundesgebiet.

Der Bericht teilt deutschlandweit Adressen in drei Starkregengefährdungsklassen (SGK) ein. In die höchsten SGK ordnet die Deutsche Versicherungswirtschaft alle Gebäude ein, die im Tal oder in der Nähe eines Bachs liegen. Somit zählen knapp 12 Prozent aller Adressen in Deutschland in die SGK 3.

Blockland und Mittelshuchting unter anderem gefährdet

Die Stadt Bremen belegt im bundesweiten Vergleich bei Adressen in SGK 3 den 10. Platz. Etwa 9 Prozent aller Häuser in Bremen gehören zu dieser Kategorie. Die meisten dieser Adressen befinden sich in Bremen dabei in naturnahen Gebieten, wie beispielsweise im Blockland, Lesumbrok, Seehausen, Strom und Mittelshuchting. Das liegt unter anderem daran, dass diese Gebiete nah an Bächen und kleineren Flüssen liegen, wie beispielsweise der Wümme und der Ochtum.

In Bremen bietet die Senatorin für Umwelt für alle Bremerinnen und Bremer ein Starkregen-Vorsorgeportal an. Hier kann man sich informieren, wie man sich am Besten gegen Starkregen schützt, und ob das eigene Haus oder Grundstück besonders betroffen ist.

Laut des Forschungsberichts, in dem deutschlandweite Daten zu Starkregen und deren Schäden ausgewertet wurden, entstünden besonders durch kurzen, aber heftigen Starkregen enorme Schäden an Häusern und Wohnungen. Zwischen 2002 und 2017 wurden in Deutschland Werte an Wohngebäuden in Höhe von rund 6,7 Mrd. Euro durch Starkregen zerstört.

Wir wissen nun: Je tiefer ein Gebäude liegt, je länger das Wasser darin steht, desto höher ist der Schaden. Und wir können inzwischen für jedes Gebäude diese Gefährdung berechnen.

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Versicherungswirtschaft

Autorin

  • Sophie Anggawi Volontärin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 20.04.2021, 23:30 Uhr