1.500 Stahlwerker demonstrieren auf Bremer Marktplatz

  • Beschäftigte des Bremer Stahlwerks demonstrierten
  • Ihr Appell an die Politik: Die europäische Stahlindustrie besser schützen
  • Stahlhersteller will Produktion in Bremen zurückfahren
Menschen mit Schutzhelmen stehen bei einer Demonstration auf dem Bremer Maktplatz.
Auf dem Marktplatz sammeln sich Mitarbeiter und Vorstand des Bremer Stahlwerks von ArcelorMittal.

In der Bremer Innenstadt haben Beschäftigte des Arcelor Mittal-Werks für mehr Unterstützung aus der Politik demonstriert. Rund 1500 Stahlwerker forderten auf dem Marktplatz einen wirkungsvolleren Schutz der europäischen Unternehmen gegen Wettbewerbsnachteile im internationalen Handel. Arcelor hatte vor kurzem angekündigt, die Produktion in seinem Bremer Werk zurückzufahren.

Mehr Unterstützung sei notwendig, um langfristig Stahl aus Bremen produzieren zu können: Das war die Hauptforderung der gemeinsamen Kundgebung von Beschäftigten und Geschäftsführung des Arcelor-Werks. Die europäischen Stahlunternehmen sehen sich als Opfer von Billigimporten unter anderem aus China, sie verlangen schärfere Gegenmaßnahmen der EU. Außerdem wirkten die Kosten für die Klimaschutz-Vorgaben der EU als zusätzlicher Wettbewerbsnachteil – weil sie in vielen Produktionsländern außerhalb der EU nicht anfallen. Dort wird unter weniger strengen Umweltauflagen produziert.

Die Demonstranten waren am Vormittag von der Waterfront in Gröpelingen zum Marktplatz gelaufen, wo sie von Abgesandten der Koalitionsverhandlungen begrüßt wurden, unter ihnen Bremens Bürgermeister Carsten Sieling. Der Arcelor-Konzern beschäftigt am Standort Bremen mehr als 3000 Menschen.

Die europäischen Stahlunternehmen stehen unter anderem wegen der weltweiten Überkapazitäten und Billigimporten in die EU unter Druck. Der weltgrößte Stahlhersteller hat angekündigt, Ende des Jahres in Bremen seine Produktion zurückfahren.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 18. Juni 2019, 16 Uhr