Spargelbauern in Bremen und Bremerhaven leiden unter Corona-Krise

Auch die Landwirte bekommen die Folgen der Corona-Krise zu spüren. Viele fürchten um ihre Existenz. Ein Spargelbauer aus der Nähe von Bremerhaven schildert die Lage.

Menschen bei der Spargel-Ernte.
Ob der Spargel in diesem Jahr geerntet werden kann, ist bei vielen Spargelbauern unklar. Bild: DPA | Raphael Knipping

Elf Hektar Land besitzt Spargelbauer Sascha Appel. Elf Hektar, auf denen er normalerweise bis zu 90 Tonnen Spargel anpflanzt und erntet. Dieses Jahr sieht es aber so aus, als müsse er auf seine gesamte Ernte verzichten.

Im Moment sieht es so aus, dass der Spargel wächst, aber nicht geerntet wird.

Sascha Appel, Spargelbauer

Wegen des Corona-Virus können die Erntehelfer, die sonst vorwiegend aus Osteuropa kommen, nicht einreisen. Rund 15 Arbeitskräfte benötigt Appel je nach Witterung voraussichtlich zwischen dem 5. und dem 10. April. Aktuell steht ihm aber kein einziger Erntehelfer zur Verfügung. Das bedeutet für den Landwirt, dass niemand den Spargel stechen, verarbeiten und ausliefern kann.

Hoher finanzieller Verlust

Appel schätzt den finanziellen Schaden auf 200.000 bis 300.000 Euro. Für den Hof, auf dem er seit über 30 Jahren Spargel anbaut und verkauft, könnte die Corona-Krise das Ende bedeuten. Und Sascha Appel ist nicht der Einzige mit diesem Problem. Ulrich Löhr, Vize-Präsident des niedersächsischen Landvolks, spricht von einer "bedrohlichen Situation". Und auch Appel weiß, dass andere Spargelbauern zu kämpfen haben.

Bei anderen sieht das genauso aus. Die bereiten alles vor, gucken auch, ob sie irgendwo noch Arbeiter per Flugzeug über die Grenze kriegen, aber das sieht alles schlecht aus.

Sascha Appel, Spargelbauer

Und selbst wenn noch Erntehelfer kommen sollten: Die Unterbringung und die Arbeit auf dem Feld würde die Bauern vor neue Probleme stellen. Appel etwa bringt die Saisonarbeiter normalerweise zu dritt in Wohncontainerm unter. Den nötigen Abstand könnten die Helfer dort nicht einhalten. Und zusätzliche Container kann sich Appel nicht leisten.

Landwirt hofft auf freiwillige Helfer

Erntemaschinen könnten zumindest einen Teil der Ernte retten – aber auch hierfür bräuchte Appel eine Handvoll Helfer. Den Vorschlag der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Leute aus der Gastronomie auf dem Feld einzusetzen, findet Appel gut. Dass sich noch Freiwillige melden, ist die letzte Hoffnung, an die sich Sascha Appel und viele seiner Kollegen klammern müssen.

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Video vom 17. März 2020
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Autoren

  • Patrick Florenkowsky
  • Sonja Harbers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 19. April 2020, 7:45 Uhr