So machen Sie es Einbrechern in der Urlaubszeit schwer

In der Ferienzeit haben Einbrecher Hochkonjunktur. Wie man sein Zuhause mit einfachen Vorkehrungen schützen kann, erklärt Nils Matthiesen von der Polizei Bremen.

Einbrecher an einem Fenster
Die Polizei Bremen empfiehlt, vor dem Urlaub alle Fenster und Türen fest zu verschließen (Symbolbild). Bild: DPA | McPhotos
Die Sommerferien haben angefangen, viele fahren in den Urlaub – und genau dann wird leider öfter eingebrochen. Was kann man dagegen tun?
Über allem steht natürlich eine mechanische und technische Sicherung der Wohnung. Aber: Das eigene Verhalten ist auch sehr wichtig. Das sind so Kleinigkeiten: Mülltonnen und Leitern reinstellen, damit man keine Steighilfe bietet. Die Zeitung abbestellen. Die Nachbarn informieren, dass man weg ist. Auch den Anrufbeantworter ausschalten, das ist sehr wichtig. Und Anwesenheit vortäuschen! Zum Beispiel mit einer Zeitschaltuhr, die Innen- und Außenbeleuchtung ein- und ausschaltet. Oder zum Beispiel die Nachbarn fragen, ob sie in der Dämmerung die Rollladen hoch- und runterlassen. Auch Bewegungsmelder sind wichtig, weil Außenbeleuchtung im Dunkeln Einbrecher abschreckt. Die wollen natürlich unentdeckt bleiben – und probieren es meist nur ein oder zwei Minuten, ganz nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes. Wenn das Haus zu gut gesichert ist oder die Nachbarschaft zu aufmerksam ist, werden die Einbrecher weiterziehen.

Eine aufmerksame Nachbarschaft ist schon die halbe Miete. Wenn jemand verdächtige Autos, auswärtige Kennzeichen, verdächtige Personen im eigenen Quartier sieht, scheuen Sie sich nicht, die Polizei anzurufen  – wir schicken dann einen Wagen vorbei und überprüfen das.

Polizeisprecher Nils Matthiesen
Nils Matthiesen, Polizei Bremen
Wie gehen denn Einbrecher bei so etwas vor? Patrouillieren die dann auch mal und schauen, wo es was zu holen gibt?
Da gibt es verschiedene Muster. Es wird oft im Wohnviertel ausgekundschaftet: Gibt es da Bewegung? Ist der Briefkasten voll? Manche verschieben auch eine Fußmatte und schauen, ob diese jemand wieder richtig hinlegt. Da gibt es also einige Tricks – und deswegen ist es auch wichtig, dass man Bewuchs, Hecke und Sträucher niedrig schneidet – gerade bei Einfamilienhäusern, damit man freie Sicht hat und Nachbarn schauen können, ob Bewegung auf dem Grundstück ist.
Wenn Leute auf Social Media – sei es auf Facebook oder auf Instagram – etwas über ihren Urlaub posten, dann ist das vermutlich nicht zu empfehlen?
Nein, wir hatten das in der Vergangenheit tatsächlich schon einmal, dass jemand auf Facebook seine Abwesenheit gepostet hat – das haben Einbrecher ausgenutzt, weil er die Privatsphäre-Einstellungen nicht so gesetzt hat, dass das nur bestimmte Leute sehen können, sondern alle darauf Zugriff hatten. Deswegen empfehlen wir auch jetzt in der Urlaubszeit: Posten Sie nicht auf Facebook, Instagram, Twitter oder wo auch immer: "Wir sind bis nächste Woche auf Fuerteventura, oder wir sind gerade auf Kreuzfahrt" – halten Sie von so etwas Abstand. Und schauen Sie sich noch einmal genau ihre Privatsphäre-Einstellungen an. Das gleiche gilt für Whatsapp-Gruppen: Kennt man alle Mitglieder dieser Gruppe? Kennt man alle Leute, die Zugriff haben auf das Handy? Daher raten wir: Vorsichtig sein mit dem Status und den Bildern, die man postet.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. Oktober 2017, 19:30 Uhr