5 Tipps, wie Ihr Kind weniger auf dem Smartphone surft

Spielen, surfen, chatten – Kinder verbringen viel Zeit mit dem Smartphone. Doch wann ist es zu viel? Eine Medienwissenschaftlerin und eine Pädagogin geben Tipps, wie Eltern die Zeit mit dem Smartphone regulieren können.

Kinder starrt auf ein Tablet
Das Internet wird auch für Kinder immer wichtiger. Die Kinder-Medien-Studie hat jetzt ergeben, dass 84 Prozent der 10- bis 13-Jährigen ein Handy besitzen. Bild: DPA | Sven Simon

1 Über die Zeit am Smartphone sprechen

Eltern sollten ihre Kinder nicht einfach mit dem Smartphone sich selbst überlassen, sondern die ersten Male begleiten, rät Medienwissenschaftlerin Katharina Heitmann von der Bremischen Landesmedienanstalt. "Eltern sollten mit ihren Kindern über Inhalte reden, zum Beispiel, um zu erklären, was Information ist und was Werbung. Dann kann man auch besser einschätzen, wann man das Kind allein mit dem Smartphone surfen lassen kann und wie es sich verhält." Auch Stefanie Storch, Leiterin der Onlineberatung bei der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, hält reden für sehr wichtig: "Schon bevor das Smartphone gekauft wird, sollte man das Nutzungsverhalten mit dem Kind besprechen." Sitzt es dann doch zu viel davor, sollte man wieder versuchen, ins Gespräch zu kommen. "Was machst du? Was ist dir wichtig? Was bekommst du beim Surfen, was du sonst vermisst?", können mögliche Fragen sein, sagt Storch.

2 Einen Mediennutzungsvertrag schließen

Wenn Eltern das Gefühl haben, dass ihr Kind zu viel Zeit mit Surfen im Netz verbringt, dass andere Dinge vernachlässigt werden, kann es sinnvoll sein, einen Vertrag zu schließen. Dabei vereinbaren Eltern und Kinder Regeln für die Mediennutzung, an die sich dann beide Parteien halten müssen. Beispiele: Wie lange darf gesurft werden? Gibt es Zeiten, zu denen alle das Smartphone weglegen, zum Beispiel beim Abendessen? Welche Medien werden konsumiert? "Das Kind soll sich ernst genommen fühlen und nicht den Eindruck haben, dass die Regeln einfach von oben herab vorgegeben werden", sagt Heitmann. Infos zum Mediennutzungsvertrag gibt es unter www.mediennutzungsvertrag.de.

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3 Gemeinsam nutzen

"Wir neigen oft dazu, das Smartphone und das Internet zu verteufeln, dabei kann es auch für Kinder nützlich sein", sagt Stefanie Storch. "Es werden auch in der Schule immer mehr Rechercheaufgaben gestellt. Eltern und Kinder können gemeinsam etwas recherchieren für die Hausaufgaben oder auch in der Freizeit ganze Fotoprojekte zusammen erstellen." Das gelte natürlich nicht mehr für 17-Jährige. Wichtig ist es, Kindern frühzeitig zu zeigen, wie sie mit Hilfe des Internets lernen, anstatt ausschließlich zu daddeln.

4 Alternativen anbieten

Wenn sich ein Kind immer mehr in die Welt des Internets zurückzieht, können Eltern auch so gegensteuern: Sich hinsetzen und mit dem Kind ein Brettspiel spielen oder gemeinsam eine Familienunternehmung planen. "Das gemeinsame Spielen funktioniert natürlich eher bei jüngeren Kindern. Bei Jugendlichen kann man die Hobbys fördern oder bei der Suche helfen", sagt Heitmann. Stefanie Storch gibt aber auch eine Entwarnung für Eltern: "Es gibt exzessive Nutzung bei Kindern und Jugendlichen, aber verschiedene Studien haben gezeigt, dass für die meisten Kinder Freunde treffen oder draußen spielen mindestens genauso wichtig ist." Zudem nutzten Kinder auch noch andere Medien, wie Bücher oder auch Comics.

5 Konsequent sein und nicht alles nachmachen

"Alle anderen dürfen das aber auch." Diesen Spruch haben bereits Generationen von Eltern zu hören bekommen. Erziehungsberaterin Storch findet, dass Pauschalisierungen nicht weiterhelfen. "Lass die anderen reden", könne eine Entgegnung sein. Katharina Heitmann hat festgestellt, dass Eltern gerade bei der Nutzung von Smartphones leicht verunsichert seien. Sie orientierten sich oft daran, wie es andere Eltern machen. Für das eigene Kind könne aber etwas anderes das Richtige sein. Hat man klare Regeln für die Nutzung vereinbart und hält sich das Kind nicht daran, dann müssen die Folgen nachvollziehbar und angemessen sein, sagt Erziehungsberaterin Storch. "Wenn man vereinbart hat, dass während des Essens nicht mit dem Smartphone gespielt wird, und das Kind schaut einmal kurz drauf, muss man das Handy nicht gleich für die ganze Woche wegnehmen. Besser ist es, zu fragen: 'Erwartest du eine Nachricht?'" Im Gespräch bleiben, das sei wichtig.

  • Verena Patel

Dieses Thema im Programm: ARD-Morgenmagazin, 8. August 2017, 5:42 Uhr