So schädlich ist Feuerwerk für Gesundheit und Umwelt

Es sieht zwar schön aus, ist aber schädlich für Umwelt und Gesundheit: das Silvesterfeuerwerk. Was wir tun können, um es angenehmer zu machen.

Ein Paar guckt sich Feuerwerk am Himmel an.
Sieht schön aus, sorgt aber auch für viel Müll – und schlechte Luft: das Silvesterfeuerwerk.
Wie gesundheitsschädlich ist das Böllern am Silvesterabend?
Durch die vielen Knaller, Raketen und Co., die in der Neujahrsnacht gezündet werden, erhöht sich die Feinstaubbelastung ganz ordentlich. Bis zu 4.000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft werden an einem solchen Abend gemessen, teilt der Naturschutzbund Nabu mit. Die Höchstgrenze für Feinstaub liegt in Städten bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Vor allem für Asthmatiker oder Allergiker sei das problematisch, sagt Annette Siegert vom Nabu.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden deutschlandweit 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt, das seien 17 Prozent der im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge eines ganzen Jahres. Außerdem erlitten im Schnitt 8.000 Menschen jährlich Verletzungen des Innenohres, dazu kommen viele Verbrennungen und Augenverletzungen.
Wie kommen Tiere mit dem Lärm klar?
Nicht gut. Haustiere wie Hunde und Katzen reagieren oft empfindlich und verkriechen sich. Der Bremer Tierschutzverein empfiehlt, Hunde auch an den Tagen vor Silvester angeleint auszuführen, falls schon verfrühte Kracher hochgehen. Am Silvesterabend selbst sollten Tiere drinnen gehalten werden bei fest verschlossenen Türen und Fenstern. Auch Rollos können helfen.

Schwieriger ist es bei Wildtieren. Vögel erschrecken sich oft sehr und fliegen dann sehr hoch. "Sie steigen bis zu 1.000 Metern. Das ist eine unheimliche Energieverbrennung. Die sind lange in der Luft. Das kann aber dazu führen, dass einige von ihnen sterben", sagt Siegert. Am Neujahrstag habe man auf freien Flächen schon tote Vögel gefunden. Auch Rehe werden durch einen lauten Knall aufgeschreckt und können dann leicht auf die Straße laufen. Auch Igel sind in Gefahr. Sie zucken selbst im Schlaf zusammen und verbrauchen dadurch wichtige Energie, die eigentlich nötig zum Überwintern ist.
Spuren von abgebranntem Feuerwerk aus der Silvesternacht
Um die letzten Reste der Silvester-Kracher zu beseitigen, fahren die Räumfahrzeuge schon um 4 Uhr am Neujahrsmorgen los.
Gibt es mehr Müll an Silvester als früher?
Ja, denn mittlerweile gibt es mehr Verpackungen und heute kaufen viele Familien Kombipakete. Dort werden häufig Plastikverpackungen verwendet. Plastik braucht allerdings sehr lange, bis es sich zersetzt, und ist daher sehr schädlich für die Umwelt. Die Böller-Überreste vor der eigenen Haustür und auch unterwegs muss jeder selbst beseitigen. Das Umweltressort erfasst zwar die genauen Müllmengen an Silvester nicht, klar ist aber, dass in der Stadtmitte und am Sielwall mehrere Tonnen zusammenkommen werden. Deshalb rollen am Neujahrsmorgen bereits um 4 Uhr die Reinigungsfahrzeuge an.
Wo und wann darf man Feuerwerkskörper zünden?
Von 18 Uhr am 31. Dezember bis 1 Uhr am 1. Januar darf in Bremen geböllert werden. Das teilt die Gewerbeaufsicht des Landes Bremen mit. Allerdings nicht überall: Tabu für Raketen, Böller und Co. ist das Areal in einem Umkreis von 150 Metern rund um Rathaus und Roland. Das bedeutet: Auch am Dom und Unser Lieben Frauen Kirchhof ist das Zünden von Feuerwerkskörpern verboten. Gleiches gilt für die Gegend am Zoo am Meer in Bremerhaven, für Flächen in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen und Kirchen.

Auch in der Nähe des Flughafens gelten besondere Sicherheitsbestimmungen: Die Entfernung zwischen Flughafengrenze und dem Abbrennplatz muss mindestens 1.500 Meter betragen. Außerdem darf die Flughöhe des Flugkörpers 100 Meter nicht überschreiten.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 29. September 2017, 11:20 Uhr