So wird die Bergung des Wahrzeichens "Seute Deern" vorbereitet

  • Bergung des abgesackten Dreimasters in Bremerhaven wird vorbereitet
  • Kräne und ein Tauchroboter der Hochschule rücken an
  • Arbeiten vor dem Deutschen Schifffahrtsmuseum sollen 20 Tage dauern
Die gallionsfigur an der Seuten Deern

Die Vorbereitungen für die aufwendige und riskante Bergung der "Seute Deern" im Alten Hafen in Bremerhaven haben begonnen. Am Donnerstagmorgen rückten Baufahrzeuge und -geräte an. Bagger befüllen Container an beiden Seiten des Hafenbeckens mit Sand. Das havarierte Holzschiff soll laut Hans-Joachim Möller stabil gehalten werden. Auch solle verhindert werden, dass der Dreimaster bei der geplanten Hebung mit Luftkissen mit zu großem Tempo empor schnellt und möglicherweise zerbricht. Möller ist Sachverständiger und koordiniert die Bergung im Auftrag des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM), zu dem das Wahrzeichen der Stadt gehört.

Vor den Masten müssen die Seile entfernt werden

Zwei Männer hängen in einer Gondel in den Masten der Seute Deern.
Bevor die Masten demontiert werden können, müssen die Seile entfernt werden.

Eine an einem Kran befestigte Gondel hebt Einsatzkräfte in die Masten. Dort hat in großer Höhe das Abtakeln – also Entfernen der Seile – begonnen. Später sollen die tonnenschweren Pfeiler für die Bergung demontiert werden. Ein Arbeitsponton mit einem zweiten Kran, der vom Wasser aus eingesetzt werden soll, ist noch nicht angekommen. Ein anderes Museumsschiff muss zunächst den Weg frei machen, wie DSM-Geschäftsführer Konrad Otten am Vortag ankündigte. Die "Seefalke" lag am Mittag noch vor Ort.

Zweiter Einsatz für Studenten mit Tauchroboter

Ein Mann kniet mit einem Tauchroboter neben dem Segelschiff Seute Deern.
Der Tauchroboter wird auf seinen Einsatz vorbereitet.

Parallel untersuchen Studenten der Hochschule Bremerhaven die Situation unter Wasser mit einem Roboter. Taucher werden laut Möller in dieser Situation nicht eingesetzt. Videoaufnahmen sollen Hinweise darüber liefern, wie der Rumpf der "Seute Deern" auf dem Grund des Hafenbeckens liegt und welche Schäden entstanden sind. Die Studenten hatten das marode Schiff bereits im Juli mit dem High-Tech-Gerät inspiziert.

Stadt und Land tragen Bergungskosten

Freitagnacht war die "Seute Deern" infolge eines massiven Wassereinbruches abgesackt. Die Bergung soll nun 20 Tage dauern, es werden Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro erwartet. Die Summe wird zu 90 Prozent vom Land Bremen übernommen, das sicherte die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Claudia Schilling, zu. 100.000 Euro kommen von der Stadt Bremerhaven. Erst nach einer gelungenen Bergung zeigt sich, ob und wie die nach einem Brand im Februar geplante Sanierung mit einem Gesamtvolumen von mehr als 30 Millionen Euro durchgeführt werden kann. Diese Kosten teilen sich Bund, Land und Stadt.

Autor

  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. September 2019, 19:30 Uhr