Ungewohnter Anblick: Abwracken der "Seute Deern" geht voran

Die asbestverseuchte Farbe an dem Bremerhavener Segler ist entfernt worden. Bald rücken Bagger der "Seute Deern" zu Leibe. Im Sommer soll sie verschwunden sein.

Video vom 29. März 2021
Ein Gerüst steht vor einem Holzschiff.
Bild: Radio Bremen | Constance Hoßfeld-Seedorf
Bild: Radio Bremen | Constance Hoßfeld-Seedorf

Der Lack ist endgültig ab. Zwei Monate lang war die "Seute Deern" mit Gerüsten und Planen verhüllt, damit Mitarbeiter einer Spezialfirma die asbesthaltige Außenfarbe abtragen konnten. Nun sind Teile der Hüllen gefallen und haben den Blick auf nackte, hölzerne Planken freigegeben. Bagger mit großen Scheren und Greifern sollen das insgesamt rund drei Millionen Euro teure Abwracken jetzt fortsetzen. "Das Schiff wird zerknabbert", sagt Michael Staar von der zuständigen Hafengesellschaft Bremenports.

Experten gespannt auf Abwrack-Verlauf

Ein Mann arbeitet mit einem Gerät an einer Wand.
Die Abwrackarbeiten an der "Seute Deern" gehen weiter. Bild: Radio Bremen | Constance Hoßfeld-Seedorf

Zwar sei das im August 2019 im Alten Hafen gesunkene Museumsschiff nicht schadstofffrei. Es befinde sich inzwischen aber in einem Zustand, der eine vernünftige Entsorgung zulasse. Wie sich die Arbeiten entwickeln, darauf ist der Experte selbst gespannt. "Genau lässt sich das nicht vorhersagen, weil es davon abhängt, was man vorfindet", so Staar.

Denkmalschutz-Auflagen für "Seute Deern"

Viele Einzelteile sollen allerdings gar nicht verschrottet werden. Alles was beim Rückbau erhalten bleiben muss, hat das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) gekennzeichnet: "Wir haben von Seiten der Denkmalpflege die Auflage bekommen, dass wir bestimmte Dinge erhalten müssen, weil das Schiff unter Denkmalschutz steht", erklärt DSM-Projektleiter Lars Kröger. "Auf der anderen Seite haben wir als Museum natürlich auch ein Interesse daran." Darunter sind zum Beispiel Teile der Ankerkonstruktion. Teile, die der Forschung zur Verfügung gestellt und im Museum präsentiert werden sollen.

"Seute Deern" soll im August ganz verschwunden sein

Ein Schild hängt an einem Schiffsteil.
Teile der "Seute Deern" werden für museale und wissenschaftliche Zwecke genutzt, andere sollen zu Souvenirs verarbeitet werden. Bild: Radio Bremen | Constance Hoßfeld-Seedorf

Unter anderem für die Sicherung der Objekte hat das Museum 256.000 Euro vom Bund bekommen. Und auch für Dokumentationen, die den Prozess des Abwrackens begleiten. So wurde die "Seute Deern" in seiner ursprünglichen Form mit einem 3D-Scanner aufgenommen. "Um dann auch zukünftigen Generationen zu ermöglichen, sich das Schiff im digitalen Raum anzuschauen", sagt Kröger. Einige Stücke des früheren Bremerhavener Wahrzeichens sollen zum Anfassen bewahrt werden. Das Museum plant Souvenirs aus Resten des Schiffs herzustellen. An seinem derzeitigen Liegeplatz am Alten Hafen soll aber spätestens im August nichts mehr von der "Seute Deern" übrig sein.

Seute Deern wird in Bremerhaven abgewrackt

Video vom 29. März 2021
Die Seute Deern ist in einem Gerüst eingebaut und wird abgewrackt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor
  • Constance Hoßfeld-Seedorf Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. März 2021, 18 Uhr