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Darum werden Seeleute in Bremerhaven jetzt direkt am Schiff geimpft

Video vom 12. Juli 2021
Eine Frau klebt ein Pflaster auf den Oberarm eines Mannes
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Während die Impfkampagne in Deutschland voranschreitet, hatten noch nicht alle Menschen eine Chance auf die Immunisierung. Im Land Bremen ändert sich das nun für Seeleute.

Immer mehr Menschen sind gegen Corona geimpft, über 40 Prozent aller Deutschen haben laut Robert-Koch-Institut bereits den vollen Impfschutz. Manche Menschen sind bisher jedoch leer ausgegangen. Seeleute zum Beispiel. Die liegen mit ihren Schiffen teils schon monatelang in den Häfen und dürfen nicht an Land gehen. Das soll sich im Land Bremen nun ändern. Seit heute werden im Bremerhavener Hafen Seeleute unabhängig von ihrer Herkunft geimpft.

Mehrere Personen mit Helmen stehen Schlange vor einem Bus vor einem Schiff.
Geimpft wird in Bremerhaven in einem umgebauten Bus direkt an den Schiffen. Bild: Radio Bremen | Patrick Florenkowsky
Wie läuft das Impfen im Hafen genau ab?
Unbürokratisch und schnell: Ein Team des Bremerhavener Impfzentrums fährt ab jetzt mit einem umgebauten Bus in den Hafen zu den verschiedenen Schiffen und bietet Impfungen an. Der Kapitän muss vorher anmelden wer und wie viele Menschen interessiert sind. Und dann bekommen die Impfwilligen eine Dosis Johnson & Johnson – das ist besonders praktisch, weil davon nur eine Dosis nötig ist.

Um das Organisatorische kümmert sich laut Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) das Impfzentrum der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Hafenärztlichen Dienst. "Eine gute gemeinschaftliche Aktion für die Seeleute und deren Gesundheit", so Grantz.
Vier Personen in Warnwesten stehen vor einem Bus vor einem Schiff.
Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard, Häfensenatorin Claudia Schilling und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (v.l.) machten sich ein Bild von der Impf-Aktion am Schiff. Bild: Radio Bremen | Patrick Florenkowsky
Warum konnten sich Seeleute bisher noch nicht impfen lassen?
Der Fokus lag zunächst auf der eigenen Bevölkerung. Die sollte als erstes ein Impfangebot bekommen. Inzwischen ist aber genug Impfstoff vorhanden, weswegen den Seeleuten insgesamt rund 2.000 Dosen vom Land angeboten werden. Das gibt den Seeleuten gewisse Freiheiten zurück, weil sie als Geimpfte wieder von Bord gehen können.

"Durch die Impfung von Seeleuten bieten wir diesen einen individuellen Schutz", sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Bremen wolle damit auch weltweit einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten. "Bremen als Hafen- und Schifffahrtsstandort trägt in dieser Situation eine besondere Verantwortung für die Gesundheit der Seeleute", so Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD). Beide Ressorts haben die Aktion gemeinsam mit dem Bremerhavener Magistrat geplant. Das Programm läuft zunächst bis Ende August, soll laut Gesundheitsressort jedoch möglichst fortgesetzt werden.
Wie nehmen die Seeleute dieses Angebot auf?
Sehr erfreut. Den Anfang hat am Montag in Bremerhaven der Autotransporter "Vega Leader" gemacht. 22 Menschen der insgesamt 26-köpfigen philippinischen Besatzung haben das Angebot direkt wahrgenommen. Einer von ihnen ist Albert. "Ich glaube diese Impfung ist wichtig, weil mir gesagt wurde, dass dieser Impfstoff das Virus gut bekämpfen kann", so das Crewmitglied erleichtert. "Deshalb nehme ich diesen Impfstoff, ich habe die Papiere schon ausgefüllt." Und Kapitän Jaggi Satinderpal Singh sagt: "Ich bin sehr dankbar, dass wir uns hier im Hafen von Bremerhaven impfen lassen können – und das direkt am Schiff."

Autoren

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor
  • Patrick Florenkowsky

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 12. Juli 2021, 15:15 Uhr