Mehr günstige Tickets für ständige Schwarzfahrer in Bremen

Statt im Gefängnis zu sitzen, fahren notorische Schwarzfahrer für 10,50 Euro im Monat Bus und Bahn. Bremen weitet das Projekt jetzt auf 70 Personen aus.

Eine mit Menschen gefüllte Bahn.

Bremen weitet das Projekt "Stadtticket Extra" aus. Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen, die wiederholt wegen Schwarzfahrens mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, können dabei ein günstiges Monatsticket für den ÖPNV bekommen.

Geknüpft ist das an strenge Voraussetzungen. Wer in dieses Projekt aufgenommen wird, der muss schon mehrmals wegen Schwarzfahrens im Gefängnis gesessen haben, muss schwerwiegende gesundheitliche oder soziale Probleme haben und wenig Geld. All das sei kein Anreiz, absichtlich diese Voraussetzungen zu erfüllen, nur um für 10,50 Euro Bus und Bahn fahren zu können, so Bremens Justizstaatsrat Jörg Schulz im Rechtsausschuss.

Das Bremer Projekt läuft seit 2012 und ist bundesweit einmalig. In der Regel gilt das "Stadtticket Extra" für zwei Jahre. Im Januar wird die Zahl der Teilnehmer von 50 auf 70 erhöht. Die zusätzlichen Kosten beziffert das Justizressort auf rund 7.500 Euro. Der erhoffte Nutzen: weniger sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen, also Gefängnisstrafen für Bagatelldelikte, weil jemand eine Geldstrafe nicht zahlen kann. Laut Recherchen des ARD-Magazins "Monitor" kosten Ersatzfreiheitsstrafen den Staat mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. September 2018, 19:30 Uhr