So hat der Wintereinbruch Bremen und Bremerhaven getroffen

Schnee in Bremen, Frost und Wind in Bremerhaven. Das Wetter hat nicht nur bei Bus und Bahn zu Problemen geführt. Die Polizei meldet vor allem Blechschäden.

Eine schneebedeckte Straße in Bremen.
Zwar fiel weniger Schnee als befürchtet. Trotzdem türmten sich auch an Bremer Straßen Schneeverwehungen auf. Bild: Imago | foto2press

Das ganz große Schneechaos ist am Wochenende zwar ausgeblieben, trotzdem hat der Wintereinbruch auch Bremen und Bremerhaven getroffen. Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee waren zeitweise angekündigt worden. Wieviel am Ende wirklich gefallen ist, können auch Meteorologen nicht genau sagen. Der Grund: Schneeverwehungen haben zu ungenauen Messwerten geführt. Diese Werte seien daher eher als Annährung zu betrachten, sagen die von buten un binnen befragten Meterologen des Branchendienstes Wetterwelt. Für Bremen gehen die Experten demnach von einem Wert zwischen sieben und elf Zentimetern aus. Dies könne aber auch bedeuten, dass es mal nur einen Zentimeter geschneit habe und mal wesentlich mehr als zehn Zentimeter. Klar ist aber, dass Bremen nicht im Hauptschneegebiet lag, sondern im sogenannten Übergangsbereich – und damit verhältnismäßig glimpflich davon gekommen ist.

Bremerhaven hat noch weniger Schnee abbekommen. Für die Seestadt und das umliegende Cuxland werden ein bis fünf Zentimeter angegeben. Auch hier kann die lokal gefallene Menge jedoch stark abweichen.

Busse und Bahnen: Fahrten die ganze Nacht

Menschen stehen im Schnee an einer Haltestelle der BSAG und warten.
BSAG-Fahrgäste mussten am Wochende oft erheblich länger auf angekündigte Bahnen warten, als erhofft. Bild: Radio Bremen | Martin von Minden

Dem Bus- und Bahnverkehr hat das Wetter trotzdem ganz schön zu schaffen gemacht. "Am Sonntag haben wir richtig zu tun gehabt", sagte BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer im buten-un-binnen-Interview. Eis auf den Fahrdrähten, teilweise waren die Gleise eingefroren und Schneemassen behinderten die Weiterfahrt. Zwischenzeitlich standen am Sonntag 14 Straßenbahnen gleichzeitig still.

Sonntagmittag lief es dann aber schon wieder, so der Sprecher. Wenn auch nicht nach Plan. Denn immer wieder blieben Bahnen stecken. Am Montag konnte der Berufsverkehr gut in die Woche starten: "Der Trick war, dass wir die ganze Nacht durchgefahren sind und damit die Strecken eisfrei gehalten haben", sagte der BSAG-Sprecher.

Züge: Regional- und Fernverkehr stehen lange still

Während die Bremer Straßenbahnen die Nacht durchfuhren, stand der Regional- und Fernverkehr lange still. Erst im Laufe des Montags konnten die meisten Strecken wieder befahren werden.

Die Züge der Nordwestbahn fahren auf den Strecken vom Bremer Hauptbahnhof nach Bremen-Farge und Verden wieder vereinzelnd. Die Verbindung zwischen Bremen und Wilhelmshaven soll erst morgen wieder frei gegeben werden. Allerdings müssen Fahrgäste weiterhin mit Verspätungen rechnen.

Bei der Deutschen Bahn rollt der Nahverkehr in Niedersachsen und Bremen langsam wieder an. Aktuell fahren Züge auf den Strecken zwischen Bremen und Hannover und zwischen Bremen und Bremerhaven.

Für ICE und IC-Verbindungen nannte die Deutsche Bahn auf Nachfrage von buten un binnen keinen konkreten Zeitpunkt, wann die ersten Züge wieder ihre Fahrt aufnehmen könnten. Eine Unternehmenssprecherin sagte: "So schnell wie möglich" und "sobald es die Wetterlage hergibt".

Polizei: 30 Glätteunfälle und einige Blechschäden

Auch die Polizei war auf mehr Schnee eingestellt: "Der große Kelch ist an uns vorübergegangen", sagt Polizeisprecher Niels Matthiesen. Es habe zwar einige Rutsch-Unfälle gegeben, aber nur mit Leichtverletzten und Blechschäden.

Insgesamt gab es laut Polizei rund 30 Glätteunfälle mit sechs Verletzten. In und um Oldenburg wurden ebenfalls sechs Personen leicht verletzt, hier gab es über 65 schneebedingte Einsätze.

In den kommenden Nächten will die Bremer Polizei Obdachlose weiter im Blick behalten. Gerade Minustemperaturen können für sie lebensgefährlich sein. Die Polizei versucht wohnungs- und obdachlose Menschen dann vermehrt in Notunterkünften unterzubringen.

Bremerhaven: Frost und Wind statt Schneemassen

Die großen Schneemassen, die Meteorologen für das Wochenende auch in der Region Bremerhaven für möglich gehalten hatten, blieben zwar aus. Dennoch hatte die Polizei einige wetterbedingte Einsätze zu bewältigen. Grund dafür war in vielen Fällen der starke Wind.

So löste sich an einer Hausfassade eines Mehrfamilienhauses an der Schleusenstraße am Samstagabend die Plane an einem Baugerüst. Am Sonntagmorgen meldete ein Anrufer einen umgestürzten Bauzaun an der Wurster Straße. Außerdem wurde ein Baum auf den Gleisen einer Bahnanlage nahe der Poggenbruchstraße in Wulsdorf gemeldet. Neben zahlreichen kleineren Einsätzen führte das frostig-stürmische Wetter am Wochenende auch zu Fehlalarmen durch mehrere ausgelöste Alarmanlagen.

Schnee stoppt Bremer Straßenbahnen

Video vom 7. Februar 2021
Die Straßenbahn Linie 1 an der Haltestelle am Bremer Bahnhof.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: bunten un binnen, 8. Februar 2021, 19:30 Uhr