Transport kranker Tiere – Agrarministerium sieht keinen Handlungsbedarf

  • 2018 waren insgesamt 138 Tiere nicht mehr transportfähig
  • 60 Tiere mehr als 2017
  • Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium sieht keinen Handlungsbedarf
Kühe stehen auf einer Weide
Häufig werden transportunfähige Tiere in Schlachthöfe transportiert. Bild: DPA | xxxFOTOGRAF EINTRAGEN Boris Roessler

Obwohl der Landkreis Cloppenburg im Vergleich zum Vorjahr mehr transportunfähige Tiere auf dem Weg zu Schlachthöfen festgestellt hat, sieht das niedersächsische Landwirtschaftsministerium keinen weiteren Handlungsbedarf.

Eine Ministeriumssprecherin verwies jetzt auf bestehende Gesetze, weitere gesetzliche Regelungen seien nicht notwendig. Allerdings würden das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (Laves) sowie kommunale Behörden weiter an Schwerpunkten kontrollieren, um die Vorschriften durchzusetzen.

Steigende Zahlen durch strengere Kontrollen?

Hubertus Berges vom Cloppenburger Landvolk vertrat die Ansicht, dass die steigenden Zahlen möglicherweise auch durch mehr und strengere Kontrollen zustande gekommen seien. Das Cloppenburger Landvolk biete bereits erfolgreiche Informationsveranstaltungen an, um die Bauern für das Thema zu sensibilisieren – so etwas sollte auch in anderen Kreisen eingeführt werden, schlug Berges vor.

Aus dem Jahresbericht des Landkreises Cloppenburg ging hervor, dass im Jahr 2018 insgesamt 138 Schweine und Rinder nicht mehr transportfähig waren. Das sind 60 mehr als im Vorjahr. 108 dieser Fälle seien als Ordnungswidrigkeit behandelt worden, 30 Verfahren wurden sogar als Straftat an die Staatsanwaltschaft abgegeben, so der Bericht des Cloppenburger Veterinäramtes.

Das Amt gilt mit seinen rund 250 Vollzeitstellen als eines der größten in Deutschland. In Cloppenburg wurden auch im Vorjahr mehr als 10 Millionen Schweine sowie 24.000 Rinder geschlachtet.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 22. Juli 2019, 12 Uhr