Mutmaßliche Tierquälerei in Schlachthof: Ermittlungen vor Abschluss

  • Videos sollen zeigen, wie Rinder mit Stromstößen gequält wurden
  • Staatsanwaltschaft Oldenburg lässt Gutachten erstellen
  • Fälle in vier niedersächsischen Schlachthöfen – In Oldenburg gibt es Nachermittlungen
Drei Jungbullen schauen durch die Gitterstäbe in ihrem Stall in die Kamera.
Die Staatsanwaltschaft will die Ermittlungen voraussichtlich noch in diesem Jahr abschließen. Bild: Imago | Martin Wagner

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg zu Tierschutzverstößen in Schlachthöfen in Oldenburg und Bad Iburg nähern sich dem Ende. Im Herbst vergangenen Jahres hatten Tierschutzorganisationen Videoaufnahmen aus den Betrieben veröffentlicht, wonach in Oldenburg Rinder mit Stromstößen malträtiert oder ohne Betäubung getötet wurden. In Bad Iburg sollen Rinder mit einer Art Seilwinde vom Transporter gezerrt und mit Elektroschockern gequält und geprügelt worden sein.

Bad Iburg ist ausgewertet, da werden jetzt Gutachten erstellt, und Oldenburg ist ausgewertet, hier sind auch schon Gutachten erstellt worden.

Thorsten Stein, Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg

Im Fall des Oldenburger Schlachthofes gebe es noch ein paar Nachermittlungen. Wahrscheinlich gebe es Ende des Jahres eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft zu dem Fall. Der Schlachthof in Bad Iburg ist nach Veröffentlichung der Videoaufnahmen stillgelegt worden. Auch gegen Tierärzte waren Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der Oldenburger Schlachthof war nach Bekanntwerden der Vorwürfe geschlossen, aber nach einer Umbaupause im Frühjahr wieder eröffnet worden.

Die beiden Vereine Deutsches Tierschutzbüro und Soko Tierschutz haben in vier niedersächsischen Schlachthöfen heimlich Videos mit mutmaßlichen Tierschutzverstößen gefilmt. Betroffen sind neben den Schlachthöfen in Bad Iburg und Oldenburg auch Betriebe in Laatzen und Düdenbüttel bei Stade.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. Oktober 2019, 23:30 Uhr