Schiffbauer fühlen sich durch Reedereien aus China bedroht

  • Verband VSM fordert finanzielle Unterstützung für Schiffbauer
  • Verein sieht rund 200.000 Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr
  • Auch Werften aus dem Land Bremen gehören Verband an
Das Werftgebäude der Lürssen-Werft an der Weser. Im Hintergudn die Firma Fassmer.
Die Bremer Lürssen Werft und die Fassmer Werft gehören dem Verband VSM an. (Archivbild) Bild: Radio Bremen

Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V. VSM sieht den europäischen Schiffbau durch Konkurrenz aus China bedroht. Das hat der Vorstand des VSM bei seiner Jahres-Pressekonferenz betont. Der Verband fordert deswegen grundlegende Änderungen der europäischen Rahmenbedingungen. Sonst könnten europäische Reedereien und Werften nicht mehr mit den asiatischen konkurrieren. In dem Präsidium des Verbandes sind unter anderem auch die Bremerhavener Lloyd Werft, die Bremer Lürssen Werft und weitere Unternehmen aus der Region vertreten.

Verband fordert einheitliche Regeln in Europa

Vor der Nationalen Maritimen Konferenz in der kommenden Woche, fordert der VSM, die EU müsse die Schiffbauer finanziell unterstützen. Auch sollte es weniger Bürokratie geben. Die Unternehmer bräuchten einheitliche Regeln in Europa, sonst seien die rund 200.000 Arbeitsplätze im Bereich Schiffbau und Meerestechnik in Deutschland in Gefahr. Aktuell würden europäische Reedereien nur zu fünf Prozent ihre Aufträge innerhalb der EU vergeben, so VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. Das verdeutliche, wie hoch der Handlungsbedarf sei.

Staatliche Subventionen stärken chinesische Schiffbauer

"Das ist unser Ansatz, warum wir als VSM sagen, wir brauchen einen vollständigen Umbau der Rahmenbedingungen und wir sollten das nutzen, was wir in Europa als Stärken haben", sagte Lüken. "Wir haben einen riesigen Binnenmarkt, wir haben unsere technologischen Stärken, wir können eben genau damit diesen Binnenmarkt bedienen." Chinesische Schiffbauer könnten durch staatliche Subventionen wesentlich günstigere Angebote machen. Die Pandemie habe diese Probleme nur verdeutlicht, denn es habe sie auch schon vor Corona gegeben, so Lüken weiter.

Rückblick: Hat die Lloyd-Werft in Bremerhaven eine Zukunft?

Video vom 20. Februar 2021
Eine Flagge mit der Aufschrift "Lloyd Werft" weht im Wind.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau, 4. Mai 2021, 12 Uhr