Sanierungsstau – hier hat Bremen dringende Baustellen

Schlaglöcher und bröckelnder Putz – viele Bremer Straßen, Schulen und Turnhallen sind seit Jahren marode. Das ist der aktuelle Stand dreier Problem-Baustellen.

Schlaglöcher auf einer Straße.
Wie hier in Bremerhaven müssten auch in Bremen viele Straßen dringend saniert werden.

Wenn Gebäude, Straßen oder Spielplätze nicht regelmäßig instand gehalten werden, müssen sie früher oder später komplett saniert werden – und das ist teuer. Auch in Bremen bröckeln seit Jahren die Fassaden von Schulen oder öffentlichen Gebäuden. Bekannt ist das oft schon lange, daran geändert wurde selten etwas. Drei Beispiele zeigen, wie sich der Sanierungsstau im Alltag vieler Bremer bemerkbar macht und wo sich nun doch etwas tut.

1 Schulsporthalle Fäher Flur

Schäden in einer Bremer Turnhalle.

Vom Sanierungsstau sind zahlreiche Turnhallen betroffen, die oft auch von Sportvereinen genutzt werden. 160 Schulturnhallen gibt es in Bremen und Bremen-Nord, über zehn Prozent haben Sanierungsbedarf, schätzt der Landessportbund. Eine davon ist die Schulsporthalle Fäher Flur, in der die Mitglieder der SG Aumund-Vegesack seit Jahren unter den schlechten Bedingungen trainieren.

Das Problem: Die sanitären Anlagen stinken, Deckenlampen hängen teilweise nur noch am seidenen Faden und an unzähligen Stellen bröckelt der Putz von der Wand. Grund dafür sind auch die kaputten Dachrinnen. "Sie führen das Wasser nicht ab, es läuft die Wand herunter und in die Wand rein – ein typischer Bauschaden", sagt Wilhelm Asmus von der SG Aumund-Vegesack. Die Missstände wurden schon vor über fünf Jahren gemeldet.

Aktueller Stand: Seit Jahren ist nichts passiert, ändern werde sich wohl erstmal nichts, schätzt Wilhelm Asmus. "Die Halle wird so marode bleiben und uns laufen die Mitglieder weg, weil sie kein Interesse haben hier Sport zu machen." Finanzsenatorin Karoline Linnert stellt eine Besserung ab 2020 in Aussicht.

2 Hafenrandstraße

Bauarbeiten in der Hafenrandstraße

Die Hafenrandstraße im Bremer Westen ist wichtig für die Wirtschaft – vielleicht nur aus diesem Grund wird sie jetzt aufwendig saniert.

Das Problem: Die über 50 Gullideckel der Straße haben unter den Schwerlasttransporten gelitten und müssen ausgetauscht werden. Tiefe Spurrinnen und Risse im Asphalt sind ebenfalls Zeichen des desolaten Zustands, in dem sich die Hafenrandstraße lange befunden hat.

Aktueller Stand: Es tut sich etwas: Noch bis Anfang August 2018 wird die Straße stadtauswärts saniert. Kostenpunkt: rund vier Millionen Euro. Das Amt für Straßen und Verkehr rechnet damit, dass die neue Asphaltdecke mindestens 15 Jahre halten wird – trotz der starken Belastung. Im Sommer 2019 ist dann die Fahrbahn stadteinwärts fällig.

3 Oberschule Gröpelingen

Ein Baugerüst vor einer Bremer Schule

Viele Bremer Schulen sind seit Jahren in einem miserablen Zustand. Rund 100 Schulen müssen renoviert, saniert oder ausgebaut werden, nach Schätzungen wird das rund 675 Millionen Euro kosten. Auch an der Oberschule Gröpelingen waren die Mängel schon lange offensichtlich.

Das Problem: Die bauliche Situation war für Lehrer und Schüler lange bedrückend. "Vermutlich haben das die Schüler und Kollegen als wenig wertschätzend empfunden", bestätigt Schulleiterin Sabine Jacobsen. Man habe sich allein gelassen und nicht beachtet gefühlt.

Aktueller Stand: Es wird saniert und angebaut, kosten wird das am Ende rund 18 Millionen Euro. Die Schule bekommt eine Aula und soll insgesamt modernisiert werden. Doch die Arbeiten verzögern sich: Eigentlich hätten die Sanierungen bereits vor einigen Jahren beendet sein sollen, gebaut wird aber immer noch.

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Juli 2018, 19:30 Uhr