5 Museumsschiffe werden saniert: Welches Schiff wird am teuersten?

Die Flotte des Deutschen Schifffahrtsmuseums soll für mehrere Millionen Euro in Schuss gebracht werden. Insgesamt fünf Schiffe werden saniert. So teilen sich die Kosten auf.

Ein Schiff liegt in einem Hafenbecken vor zwei Hochhäusern.
Das Feuerschiff "Elbe 3" soll nach der Sanierung für Besucher des Bremerhavener Museumshafens wieder zugänglich sein. Bild: Radio Bremen | Luca Laube

Während der marode Holzsegler "Seute Deern" seit kurzem abgewrackt wird, laufen die Vorbereitungen für die Zukunft weiterer Museumsschiffe. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) hat nun bestätigt: Die Sanierung seiner im Hafenbecken liegenden Flotte soll noch in diesem Jahr starten. Den Anfang macht die "Elbe 3". Ziel ist es laut Museum, das Feuerschiff wieder für Besucher begehbar zu machen. Alleine dafür gibt es 1,1 Millionen Euro vom Bund.

Sanierung der Museumsflotte für insgesamt 6,5 Millionen Euro

Ein Schiff liegt in einem Hafenbecken vor zwei Hochhäusern.
Die Sanierung des Walfängers "Rau IX" soll eine halbe Million Euro kosten. Bild: Radio Bremen | Luca Laube

Die Sanierung des Walfängers "Rau IX" ist mit geschätzten rund 566.000 Euro der zweitgrößte Posten der Flotte. Dafür und für die Sanierung des benachbarten Krans schießt das Land Bremen 200.000 Euro zu. Die Aufträge sollen laut DSM in Kürze vergeben werden. Insgesamt kostet die Sanierung der gesamten Museumsflotte laut Bremer Senat rund 6,5 Millionen Euro. Dafür und für einen Ersatzbau des maroden Traditionsseglers "Seute Deern" hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags 46 Millionen Euro bewilligt.

Für Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) ist die Angelegenheit ein großes Anliegen: "Die Maßnahmen sind wichtige erste Schritte in einem noch lang andauernden Sanierungsprozess, den wir in einer gemeinsamen Anstrengung angehen müssen", so die Vorsitzende des DSM-Stiftungsrats. Museumsdirektorin Sunhild Kleingärtner freut sich über die Unterstützung zum Erhalt der Schiffe. "Zugleich werden viele weitere Schritte folgen müssen, um die Museumsflotte nachhaltig zu sanieren. Hierzu sind wir mit dem Stiftungsrat in konstruktiven Gesprächen", so Kleingärtner.

Rotes Feuerschiff "Elbe 3" bildet Sanierungsschwerpunkt

Ein rotes Schiff liegt in einem Hafenbecken vor einem Funkturm.
Die "Elbe 3" kommt dieses Jahr ins Dock. Bild: Radio Bremen | Luca Laube

Den Sanierungsbedarf der einzelnen Schiffe hat ein Gutachten ermittelt. Den Schwerpunkt der Arbeiten an der "Elbe 3" bildet demnach eine Grundsanierung des gesamten Rumpfes und einer Erneuerung des Rostschutzes und Anstrichs. Das Schiff kommt laut DSM in diesem Jahr ins Dock. Wo nötig sollen Stahlplatten ausgetauscht oder verstärkt werden.

Auch Kran im Museumshafen wird saniert

Bei der "Rau IX" steht laut DSM die Sanierung des sogenannten Peildecks vor dem Abschluss. In einem weiteren Schritt sollen mithilfe der bewilligten Mittel die Holzplanken an Deck aufgearbeitet werden. Am benachbarten Kran wird der Ausleger saniert. Darüber hinaus muss das Unterwasserschiff der "Rau IX" im Dock geprüft und gegebenenfalls Arbeiten durchgeführt werden.

"Seefalke" nimmt Platz der "Seute Deern" ein

Ein Schiff liegt in einem Hafenbecken vor zwei Hochhäusern.
Die "Seefalke" bekommt einen neuen Zugang für Museumsgäste. Bild: Radio Bremen | Luca Laube

Bei der "Seefalke" muss das Holzdeck erneuert werden, das zurzeit noch durch einen provisorischen Bodenbelag überdeckt wird. Die Kosten sollen bei rund 415.000 Euro liegen. Das Schiff liegt nun am früheren Platz der "Seute Deern" und soll bis zum Saisonstart Mitte März einen neuen Zugang für Museumsgäste erhalten. Der Binnenschlepper "Helmut" muss grundsaniert werden, der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Rumpf des Schiffes. Hier sollen sich die Kosten auf rund 161.000 Euro belaufen. Im Vergleich zu den anderen Schiffen ist der Oder-Haffkahn "Emma" in einem besseren Zustand. Die Sanierungskosten sollen hier bei rund 145.000 Euro liegen. Der Kahn wird seinen Liegeplatz künftig auf der anderen Seite der Brücke finden – dort wo bislang die "Seefalke" lag. Bei einem turnusmäßigen Dockaufenthalt muss das Unterschiff gereinigt und gestrichen werden.

Rückblick: Was folgt in Bremerhaven für die "Seute Deern"?

Video vom 2. Oktober 2020
Die marode Seute Deern
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. Januar 2021, 18 Uhr