Corona-Ausbruch: Wie geht es weiter im Bremer Rotes-Kreuz-Krankenhaus?

Im Rotes-Kreuz-Krankenhaus hat es vor zwei Wochen einen Corona-Ausbruch gegeben. Bis Freitag galt ein Aufnahmestopp für stationäre Patienten.

Das Rotes Kreuz Krankenhaus von außen.
Nach dem zweiten Corona-Ausbruch im Bremer Rotes-Kreuz-Krankenhaus wollten Einrichtung und Behörden am Freitag entscheiden, ob der aktuelle Aufnahmestopp gelockert werden darf. Bild: Radio Bremen

Ab Dienstag soll der Lockdown im Bremer Rotes-Kreuz-Krankenhaus (RKK) zu Ende sein, wie das Krankenhaus mitteilt. Vor zwei Wochen hatte die Klinik einen Corona-Ausbruch gemeldet. Zunächst waren fünf Patienten in zwei Abteilungen auf das Virus positiv getestet worden. Daraufhin sind alle Mitarbeitenden und – nach und nach – alle Patienten mehrfach auf Corona untersucht worden.

Insgesamt waren bis Freitag laut Angaben der Einrichtung zehn Mitarbeitende und neun Patienten infiziert. In dieser Woche seien zwei neue Fälle bei den Beschäftigten hinzugekommen, es habe aber keine weitere Infektion bei den Patienten gegeben.

Ursachen der Ausbrüche schwer zu klären

Wie es zum Ausbruch kam, ist nach Angaben der Einrichtung und der Gesundheitsbehörde schwierig zu klären. "Ein Corona-Test zeigt immer nur eine Momentaufnahme", sagte eine Sprecherin. Aufgrund der 14-tägigen Inkubationszeit des Virus sei es nicht möglich festzustellen, ob das Virus über Patienten, Mitarbeitende oder Angehörige in die Klinik kam.

Ähnlich drückt sich das Krankenhaus aus. "Bei Aufnahme in ein Krankenhaus kann ein Patient beispielsweise negativ getestet sein und erst Tage später im Test positiv werden – manchmal sogar erst nach seiner Entlassung. Obwohl er das Virus bereits bei der Aufnahme in sich trug, war dieses zum Zeitpunkt per Test noch nicht nachweisbar", steht in der Pressemitteilung.

RKK: Wir sind die Einzigen, die so umfassend testen

Es ist bereits der zweite Ausbruch in dem Neustädter Krankenhaus: Schon im vergangenen Monat hatte es einige Fälle gegeben. Laut der Einrichtung dürfte dies jedoch mit der Teststrategie zusammenhängen: "Wir testen proaktiv großflächig bereits seit Juni. Wenn wir nicht aus der Erfahrung der ersten entdeckten Infektionen im Juni so regelmäßig, häufig und umfassend im Haus getestet hätten, wäre die zweite Häufung an Infektionen in dieser Form vermutlich nicht entdeckt worden", so Barbara Scriba-Hermann, Pflegerische Geschäftsführerin.

Sorgen bereiten der Einrichtung die Lockerungen bei den Corona-Auflagen, die Reisezeit und ein "zu beobachtende sorgloser werdende Umgang mit Schutzmaßnahmen vor dem Virus in der Gesellschaft". Das könnte Auswirkungen auf die Infektionen in den Kliniken haben.

Es ist zu befürchten, dass sich die positiven Fallzahlen auch in den Krankenhäusern durch
möglicherweise bald gelockerte Besuchsregeln erhöhen könnten.

Herget-Rosenthal, Ärztlicher Geschäftsführer des RKK

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Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 27. Juli 2020, 18 Uhr