Auch ohne Rennbahn: Warum es Jockeys und Rennpferde nach Bremen treibt

Schon kurios: Die Galopprennbahn in der Vahr ist außer Betrieb, aber die Trainingsanlage in Mahndorf ist voll wie nie – mit guten Pferden und guten Trainern.

Video vom 23. Januar 2020
Ein Mann, der auf einem Pferd reitet.
Bild: Radio Bremen

Wenn die Sonne über der Galopprennbahn in Bremen-Mahndorf aufgeht, haben die Jockeys um Trainer Toni Potters schon drei Stunden Arbeit hinter sich. Der erfahrene und bekannte Trainer ist Ende November auf die Anlage gekommen – mit 24 Pferden. Darunter Hoffnungsträger wie der junge Hengst "Red Storm". Er wird im Sommer am Deutschen Derby in Hamburg teilnehmen.

Das Derby gibt es nur einmal im Leben für ein Rennpferd.

Toni Potters, Pferdetrainer

Für den dreijährigen Hengst müsse bis zum 5. Juli, an dem das bedeutendste Rennen Deutschlands stattfinde, alles passen: Der Sieger bekommt 390.000 Euro, der Trainer davon ein Zehntel.

Potters reitet die Pferde im Training noch selbst – zusammen mit Jockeys, die für ihn arbeiten. In Mahndorf, sagt er, seien die Bedingungen ideal. Für Derby-Hoffnung Red Storm geht es jetzt vor allem darum, Kondition aufzubauen.

Der Weg ist noch lang. Wir haben noch sieben Monate und erstmal Kondition aufbauen, das ist das Wichtigste.

Toni Potters, Pferdetrainer

Auf der großen Anlage in Mahndorf sind neben Potters noch zwei andere hauptberufliche Trainer zu Hause. Mittlerweile werden hier rund 120 Pferde für Rennen in ganz Europa vorbereitet. Und das mit Erfolg. Beim Deutschen Derby könnten bis zu fünf Pferde aus Bremen starten.

Trainer Pavel Vovcenko hängt hier schon seit vielen Jahren seine Bilder auf – und freut sich über den Zulauf an guten Trainern wie Potters.

Wenn hier 70 Pferde stehen, hat man weniger Erfolg als wenn hier doppelt so viele Pferde stehen.

Pavel Vovcenko, Pferdetrainer
Zwei Personen sitzen auf zwei Pferden und reiten in den Sonnenuntergang
Mahndorf bietet beste Bedingungen für Pferd und Reiter. Bild: Radio Bremen

Heißt: Mehr gute Pferde und Erfolge wie die von Toni Potters steigern auch den Ruf der Bremer Anlage – und die Nachfrage. Mittlerweile, sagen Experten, würden hier so viele Pferde trainiert wie nirgendwo sonst in Norddeutschland. Und das hat einen Grund: Toni Potters ist schon seit 45 Jahren im Rennsport aktiv, aber die Bedingungen in Mahndorf begeistern ihn. "Boxen sehr luftig, die Sandbahn in einem optimalen Zustand. Ich kenne sehr viele Trainingsbahnen aber bis jetzt ist das die Nummer Eins – in Deutschland."

Pächter will in Rennanlage investieren

Der Pächter, ein Unternehmer und Landwirt aus Bollen, hat noch mehr vor, sagt seine Verwalterin Anke Wiesner. "Jetzt, wo es besser läuft, können wir wieder an die Investitionen gehen, nämlich Ausbesserungen machen. Die Zäune wollen wir neu machen und die Grasbahn wird nochmal neu angelegt."

Für Toni Potters und seine Trainerkollegen eine gute Nachricht. Denn je besser die Bedingungen, desto mehr Aussicht auf Erfolg. Schließlich lockt im Sommer für einige das Deutsche Derby.

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Autorin

  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. Januar 2020, 19:30 Uhr