Weniger Corona-Fälle als erwartet nach Reihentests an Bremer Schulen

  • Bildungsressort testet freiwillige Schüler an vier Schulen
  • 12 von 1.359 Tests waren positiv
  • Zahlen laut Gesundheitsressort nicht beunruhigend
Video vom 7. Dezember 2020
Claudia Bogedan im Interview. Sie trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung.
Bild: Radio Bremen

Bei den Corona-Reihentests an vier Bremer Schulen sind zwölf Schülerinnen und Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 1.359 Proben genommen, wie das Bildungsressort mitteilte. Aus diesen Zahlen ergibt sich eine Positivquote von 0,88 Prozent.

"Das zeigt mir, dass es nicht viel Unaufgedecktes gibt", sagte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) im Gespräch mit buten un binnen. "Es kommt zu Infektionen in Schulen, diese sind aber nicht massenhaft." Die Tests wurden laut Bildungsressort an Schulen, die bereits Auffälligkeiten im Infektionsgeschehen aufwiesen sowie in Orts- und Stadtteilen mit auffälligem Infektionsgeschehen durchgeführt. Es sei teilweise von einer Dunkelziffer von mehr als zehn Prozent die Rede gewesen, hatte Ressortsprecherin Annette Kemp mitgeteilt. "Wir sind froh, dass das nicht so ist", so Kemp weiter. Die Zahlen werde man weiterhin beobachten.

Es kommt zu Infektionen in Schulen, diese sind aber nicht massenhaft.

Claudia Bogedan, Bildungssenatorin, SPD

Aus Sicht des Gesundheitsressorts ist die Positiv-Quote von 0,88 Prozent nicht beunruhigend, wie Behördensprecher Lukas Fuhrmann buten un binnen sagte. Zwar hätte man diese Fälle ohne die Reihentestung nicht gefunden. Aber Fuhrmann warnte davor, diese Zahl als repräsentativ zu betrachten. Bei so einer kleinen Stichprobe könne man die Zahl nicht auf einen zuverlässigen Inzidenzwert hochrechnen. "Wir wissen, dass es eine Dunkelziffer gibt. Nicht nur in Schulen, sondern in der ganzen Bevölkerung." Um sich dieser anzunähern, müssten alle Bremerinnen und Bremer getestet werden. "Doch das ist nicht möglich." Die gefundenen Corona-Infektionen machten aber deutlich, wie wichtig es ist, die Hygiene-Konzepte der Schulen konsequent umzusetzen.

Reihentests an Schulen sollen fortgesetzt werden

Die stichprobenartigen PCR-Tests hatte die Bildungsbehörde in Auftrag gegeben, um einen besseren Überblick über das Infektionsgeschehen an den Schulen zu bekommen. An der Grundschule Humannstraße (Gröpelingen) gab es ein positives Testergebnis. An der Grundschule Andernacher Straße (Tenever) wurden zwei positive Ergebnisse gemeldet. Drei positive Testergebnisse gab es an der Oberschule Schaumburger Straße (Östliche Vorstadt) und am Gymnasium Vegesack wurden sechs Schülerinnen oder Schüler positiv getestet.

Die beiden Grundschulen liegen in Stadtteilen mit überdurchschnittlich hohen Infektionszahlen. Die Teilnahme an den Tests war freiwillig. Bei den getesteten Lehrkräften oder dem pädagogischem Personal fielen alle Tests negativ aus. Die Reihentests an Bremer Schulen sollen fortgesetzt werden. "Wir werden jetzt gemeinsam mit den Gesundheitsexperten diskutieren, was Sinn macht", sagte Bogedan in Hinblick auf den Zeitpunkt der nächsten Testungen. Das könne beispielsweise nach den Weihnachtsferien sein.

Quarantäne kann mit Schnelltest verkürzt werden

Neben den Reihentests können sich Schülerinnen und Schüler, die in Quarantäne müssen, weil sie als Kontaktperson der Kategorie 1 gelten, seit Anfang des Monats einem Schnelltest unterziehen. Fällt dieser Test negativ aus, können die betroffenen Schülerinnen und Schüler ihre Quarantäne auf fünf Tage verkürzen. Diese Tests sind kostenlos. Täglich sind bis zu 500 Schnelltestungen in diesem Zusammenhang möglich. In der vergangenen Woche haben insgesamt 320 Schülerinnen und Schüler den Schnelltest genutzt.

Das hält ein Epidemiologe von den Beschlüssen des Corona-Gipfels

Video vom 26. November 2020
Der Epidemiologe Hajo Zeeb im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. Dezember 2020, 19:30 Uhr