Schietwetter in Bremen: Warum der Regen noch lange nicht ausreicht

  • Regenreicher Herbstanfang in Bremen und umzu
  • Wasser erreicht tiefe Bodenschichten bisher nicht
  • Nötige Regenmenge bis zum Frühjahr wird voraussichtlich nicht erreicht
Zu sehen sind mehrere Menschen, die sich mit Regenschirmen versuchen vor dem starken Regen zu schützen.
Bis auf wenige unwetterartige Niederschläge war der Sommer in Bremen und umzu viel zu trocken (Archivbild).

Das Schietwetter hat Bremen wieder im Griff. 74 Liter Regen pro Quadratmeter wurden im September in Bremen gemessen. Das sind etwa 30 Prozent mehr Regen als in den vergangenen Jahren durchschnittlich für den Monat verzeichnet wurde, teilt Andreas Wagner vom Wetterdienst Meteogroup mit. Trotz Stürmen und Starkregen bedeutet der Herbstanfang aber noch keineswegs Erholung für die Bremer Böden und Grundwasserbestände.

Die Dürre bleibt

Nach einem extrem trockenen Sommer 2018 war Bremen auch in diesem Jahr stark von lang anhaltender Dürre betroffen. Im Juli war deutschlandweit nur in Sachsen-Anhalt weniger Niederschlag gemessen worden als in Bremen. Im Sommer 2019 konnten nach Angaben von Meteogroup lediglich 144 Liter Regen pro Quadratmeter verzeichnet werden. Dies entspreche nur 69 Prozent der für diese Jahreszeit üblichen Menge. Problematisch war aber nicht nur die geringe Niederschlagsmenge: Besonders im Juli hätten auch zu viel Sonnenschein und zu hohe Temperaturen die Dürre begünstigt. Mehr als 690 Stunden Sonnenschein hat der Wetterdienst registriert, dies entspricht 118 Prozent des üblichen Sonnenscheins. Was die Bremer freut, ist für die Böden mit nachhaltigen Folgen verbunden.

Wasserhaushalt der Böden weit von Normalmaß entfernt

Die Niederschlagsmenge des vergangenen Monats ist zunächst nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Das viele Wasser, das dem Boden durch Verdunstung entzogen wurde, ist noch lange nicht wieder ausgeglichen. Der Regen der letzten Wochen konnte nach Angaben von Meteogroup gerade einmal die oberen 25 Zentimeter des Erdbodens wieder durchtränken – bis zum Grundwasserspiegel reicht es nicht. Um den Wasserhaushalt der Böden bis in tiefere Bodenschichten wieder auf Normalmaß zu bringen, fehlen bis zum kommenden Frühjahr etwa 400 bis 500 Liter Regen pro Quadratmeter. Dass es tatsächlich so viel regnen wird, ist höchst unwahrscheinlich. "Das ist fast doppelt so viel, wie bis zum Ende des Frühlings normalerweise zu erwarten wäre", so Experte Andreas Wagner von Meteogroup.

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 4. Oktober 2019, 23:30 Uhr