"Schreiben Querdenker die Begründung zur Bremer Corona-Verordnung?"

Ein Junge trägt eine medizinische Maske und schaut aus dem Fenster.
Werden die Lungen von Kindern durch Masken geschädigt? Das Land Bremen schreibt in seiner Begründung der Corona-Verordnung, dass das passieren könnte. Bild: Imago | Juan Garcia

In der Begründung zur neuen Bremer Corona-Verordnung heißt es, dass Masken für Kinder schädlich sind. Wie kommt diese Passage in das offizielle Schriftstück?

"Es ist so weit. Schwurbler schreiben nun direkt Gesetzestexte. Vor einem Jahr noch belächelt, bestimmen sie nun die Coronapolitik dieses Landes." Dieser Vorwurf kursiert aktuell auf Twitter – unter einem Absatz aus der aktuellen Begründung zur 29. Corona-Verordnung des Landes Bremen.

Dort heißt es: "Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres sind nach Satz 2 nicht verpflichtet, medizinische Masken zu tragen. Zum einen sind ihre Lungen noch nicht derart ausgeprägt, so dass sie in der Regel keine so große Viruslast tragen wie Erwachsene. Zum anderen können die Lungen, die noch in der Entwicklungsphase sind, durch Masken nach Satz 1 einen Schaden erleiden." Solche Aussagen waren auch in der Querdenker-Szene verbreitet worden.

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Ein Twitter-Nutzer vermutet, dass die Passage vom Bremerhavener Magistrat stammt, denn er habe diese Formulierung schon vor einiger Zeit auf der Internetplattform der Stadt gesehen.

Passage soll gestrichen werden

Der Magistrat ist aber nicht der Urheber. Er hat auf seiner Seite nur die Corona-Verordnung samt Begründung des Senats veröffentlicht. "Diese Formulierung kommt aus unserem Haus", sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts, auf Nachfrage von buten un binnen. Das sei ein Versehen. "Das ist der Stand von vor über einem Jahr", so Fuhrmann.

Jede Maßnahme in der Corona-Verordnung müsse schriftlich begründet werden. Die Formulierung sei für die nachfolgenden Begründungen zu neuen Corona-Verordnungen einfach immer wieder kopiert worden.

Nach der Anfrage von buten un binnen will die Behörde die Passage nun streichen. Eine Justiziarin kläre aktuell, ob der Absatz sofort gestrichen werden könne oder erst, wenn es eine neue Corona-Verordnung gibt.

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Autorin

  • Sonja Harbers Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 15. Oktober 2021, 23:30 Uhr