Überfall auf Bremer Seniorin: Anklage offenbart grausige Details

Video vom 30. Juli 2021
Ein Richterhammer aus Holz liegt auf einem Richterpult.
Bild: DPA | Uli Deck
Bild: DPA | Uli Deck
  • Vor dem Landgericht müssen sich zwei Männer wegen schweren Raubes verantworten
  • Sie sollen eine 72-jährige Bremerin überfallen und fast vergewaltigt haben
  • Der Prozess geht im August weiter

Am heutigen Freitag hat der Prozess gegen zwei junge Männer wegen eines brutalen Raubüberfalls auf eine 72-Jährige vor dem Landgericht Bremen begonnen. Die mutmaßlich 24 und 17 Jahre alten Täter verschafften sich laut Staatsanwaltschaft im Februar 2021 Zugang zu dem Haus der Frau, die sie dann schlugen, traten, fesselten und knebelten. Der 17-Jährige soll zudem versucht haben, das teilweise von ihm entkleidete Opfer im Keller zu vergewaltigen. Ihm wird sexuelle Nötigung sowie eine Beteiligung an einem weiteren, ähnlich brutalen Überfall vorgeworfen.

Viele Details noch unklar

Beide Männer, deren Nationalität unklar ist, sind in Haft und müssen sich wegen schweren Raubes verantworten. Außerdem ist weiter unbekannt, wie alt die Angeklagten tatsächlich sind: Sie wollten am Freitag keine Angaben zu ihrem Geburtsdatum und ihrem Geburtsort machen. Von ihrer Altersangabe hängt ab, ob sie unter das Jugendstrafrecht fallen oder nicht.

Nach Erwachsenenstrafrecht könnten die Angeklagten mit Freiheitsstrafen zwischen drei und 15 Jahren rechnen. Im Jugendrecht liegt das Strafmaß deutlich darunter.

Jan Stegemann im Interview
Jan Stegemann, Sprecher Landgericht Bremen

Die Anklage wurde von einem Dolmetscher in die arabische Sprache übersetzt. Bei dem Überfall im Februar erbeuteten die Täter etwa 70 Schmuckstücke im Gesamtwert von rund 50.000 Euro. Das Opfer fühlt sich seit der Tat in dem Haus nicht mehr sicher und leidet laut Staatsanwaltschaft an Angst- und Schlafstörungen.

Nicht die einzige Tat

Der mutmaßlich jüngere Angeklagte soll zudem am 26. Dezember 2020 mit einem anderen in Bremen eine 93-jährige Frau brutal überfallen und misshandelt haben. In diesem Fall verschafften sich die Täter unter dem Vorwand, ein Paket abgeben zu wollen, Zutritt zu dem Haus.

Die Männer warfen die Seniorin auf den Boden, zogen ihr Schuhe, Hose und Unterhose aus und fesselten ihr die Hände. Zum Knebeln benutzten sie Klebeband, das sie der wehrlosen Frau auch um den Kopf wickelten, wodurch die Zahnprothese der 93-Jährigen verrutschte und sie in Atemnot geriet. Sie leide noch heute an den psychischen Folgen des Überfalls, so die Staatsanwältin. Der Prozess wird am 23. August fortgesetzt.

Weitere Informationen:

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Juli 2021, 19:30 Uhr