Prozess gegen Bremerhavener Familienclan geplatzt

  • Der Prozess wegen Gewalt gegen Polizisten ist ausgesetzt
  • Angeklagte hatten einen Schöffen wegen Befangenheit abgelehnt
  • Dem stimmte die Kammer nun zu
Haus-Detail in Bremerhaven-Lehe
In der Goethestraße in Bremerhaven-Lehe war es 2017 zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen.

Der Prozess gegen insgesamt fünf Geschwister eines Bremerhavener Familienclans vor dem Landgericht Bremen ist geplatzt. Die Verteidiger hatten einen der Schöffen abgelehnt, weil sie ihn für befangen halten, das Landgericht stimmte dem Antrag eigenen Angaben zufolge zu. Nach 13 Verhandlungstagen muss jetzt alles von vorne beginnen.

Vorwurf der Befangenheit

Dem Schöffen wird vorgeworfen, Details aus vertraulichen Beratungsgesprächen im Richterzimmer weitergegeben zu haben. Unter anderem habe er einem Zeugen gesagt, dass es in dem Verfahren nicht mehr um die Schuld der Angeklagten gehe, sondern nur noch um das Strafmaß. Der Vorwurf der Befangenheit gegen den Schöffen stand schon seit vergangener Woche im Raum. Jetzt hat das Landgericht dem Antrag der Verteidigung stattgegeben und den Prozess damit erst einmal gestoppt. Wann weiter verhandelt werden kann, steht noch nicht fest.

Angeklagte sollen Polizisten gegriffen haben

Die Staatsanwaltschaft wirft den 27 bis 38 Jahre alten Angeklagten vor, im Juli 2018 mehrere Polizeibeamte angegriffen zu haben. Zu der Konfrontation war es bei einer Personenkontrolle gekommen. Es soll zu Tritten, Faustschlägen und einem Flaschenwurf gekommen sein. Ein Angeklagter soll außerdem Pfefferspray gegen die Polizisten eingesetzt haben. Die Beamten sollen Prellungen, Schürf- und Kratzwunden erlitten haben. Von dem Vorfall gibt es ein Amateurvideo.

Gewalt gegen Polizisten wird hemmungsloser

Ein Screenshot aus einem Youtube Video auf dem ein Polizist vor einem Haus angegriffen wird

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. März 2019, 13 Uhr