Mehr als 100 Prostituierte sind bei Bremer Wirtschaftsbehörde gemeldet

  • Gesetz soll Prostituierte besser schützen
  • In Bremen haben sich 115 Prostituierte angemeldet
  • 53 Anträge von Prostitutionsbetrieben gestellt
Graffiti an einer Hauswand im Bremer Viertel.
Bremer Prostituierte, die etwa in der Helenstraße arbeiten, müssen sich seit Oktober anmelden.

115 Prostituierte sind inzwischen in Bremen offiziell angemeldet. Darunter seien allein 54 Frauen, die in den vergangenen zwei Monaten in die Hansestadt gezogen seien, sagte die Leiterin für Gewerbeangelegenheit im Wirtschaftsressort, Marita Wessel-Niepel. Seit dem 1. Juli 2017 gilt bundesweit das neue Prostituiertenschutzgesetz. Dieses soll die Betroffenen besser vor Ausbeutung, Zuhälterei, Gewalt und Menschenhandel schützen.

In Bremen ist eine Anmeldung erst seit dem 1. Oktober dieses Jahres möglich. Deshalb hatte die Behörde 584 Prostituierten zunächst eine Übergangsbescheinigung ausgestellt. Die Anmeldung ist für die Prostituierten Pflicht, kann aber unter einem Alias-Namen erfolgen. "Die Ausübung der Prostitution bleibt weiterhin erlaubnisfrei", sagte der verantwortliche Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Die Stadt hat für den Bereich sieben zusätzliche Stellen eingerichtet, zwölf Mitarbeitende teilen sich die Arbeit.

Auch Prostitutionsbetriebe müssen eine Genehmigung beantragen. Das haben bisher 53 in Bremen getan. Der kleinere Teil davon sind Bordelle. Hauptsächlich handelt es sich um gewerbliche Zimmer in beispielsweise Bars, Massagesalons oder Saunaclubs. Für eine Genehmigung müssen diese bestimmte Anforderungen erfüllen: Die Zimmer dürfen unter anderem nicht einsehbar sein und müssen ein Notruf-System haben.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 10. Dezember 2018, 17:45 Uhr