Warum bügeln Bremer Mercedes-Mitarbeiter Fehler eines US-Werks aus?

Im Werk Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama soll es größere Probleme mit der Qualität von Fahrzeugen geben. Offenbar müssen Bremer Mitarbeiter sie nun ausbessern.

Mercedes Fahrzeuge auf dem ehemaligem Flugfeld in Ahlhorn

Am Mittwoch hatte buten un binnen berichtet, dass rund 9.000 brandneue Mercedes-Fahrzeuge derzeit auf der Landebahn des alten Ahlhorner Flughafens stehen. Der Grund: Qualitätsmängel. Das Problem scheint größer zu sein als bislang angenommen. Denn offenbar scheinen die vielen geparkten Mercedes-Neuwagen nur ein kleiner Teil der Autos zu sein, die der Konzern momentan nicht so verkauft bekommt wie vorgesehen. Produziert wurden sie im Mercedes-Werk in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama.

Bremer Mitarbeiter bessern Autos aus

Schon im Frühjahr gab es Presseberichte darüber, dass dort einiges schieflaufen soll. Schuld sind angeblich neue Zulieferer, die nicht die gewünschte Qualität abliefern. Bei vielen Fahrzeugen muss nachgearbeitet werden. Der ehemalige Flugplatz in Ahlhorn ist ein wichtiger Teil der Lösung. Dort sind zahlreiche Bremer Daimler-Mitarbeiter eingesetzt. Sie bearbeiten Tausende der amerikanischen Problem-SUVs und sollen sie doch noch fit für den Markt machen.

Luftbild des Mercedes-Werks im US-amerikanischen Tuscaloosa
Die Fabrik in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama war das erste Mercedes-Werk außerhalb Deutschlands. Bild: DPA | Edward Todd

In Ahlhorn sind die mangelhaften Mercedes-Autos für die Öffentlichkeit kaum wahrzunehmen, weil sie hinter Solarpanelen und blickdichten Zäunen verborgen sind. Die Medien in Alabama beschäftigen sich seit Monaten mit den Folgen des Produktionsstaus. Demnach sollen dort Mercedes-Autos an den seltsamsten Orten geparkt sein, unter anderem hunderte Autos an einer Mall in Birmingham. Die US-Medien berichten davon, wie allgegenwärtig die fabrikneuen Fahrzeuge in Alabama mittlerweile sind. Viele Bewohner hätten das Gefühl, dass fast jede Freifläche des Bundesstaats mit Mercedes-Neuwagen zugeparkt werde.

Daimler will Probleme bald gelöst haben

Viele der notdürftig gesicherten Autos sollen laut Gerüchten beschädigt worden sein. Fraglich, ob sie noch verkäuflich sind. Aus der Konzernzentrale von Daimler in Untertürkheim werden trotz der Pannen in Tuscaloosa optimistische Signale gesendet. Man wolle die Probleme demnächst gelöst haben. Von einer Ausnahmesituation könne keine Rede sein.

Die zeitweise Zwischenlagerung von Fahrzeugen ist ein völlig normaler Vorgang.

Presseabteilung, Daimer AG
  • Sebastian Manz

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. August 2019, 19:30 Uhr