Pro & Contra

Hunde in der Stadt: Muss das sein?

Der Hund – der beste Freund des Menschen. Aber das sieht nicht jeder so. Hauke Hirsinger und Anna Berkhout sind geteilter Meinung zu Hunden in der Stadt.

Reporterin Anna Berkhout, Hund Bibo und Repoter Hauke Hirsinger auf dem Loriot-Sofa.

Pro

Jeden Morgen geht es raus mit meiner Bulldogge Bibo. Und jeden Morgen gibt es auch einen Haufen. Sowieso schon ekelig. Aber wirklich nerven tun vor allem die vorverurteilenden Blicke der Menschen. Viele wollen schon vorher wissen, dass ich das nicht wegmache. Natürlich gibt es Schöneres als Hundekacke anzufassen. Und dann noch die Unsicherheit, ob die Tüte vielleicht kaputt ist. Aber man gewöhnt sich an alles. Ich will da ja selbst auch nicht reinlatschen.

Klar habe ich Bibo unter Kontrolle. Bibo ist schwer, Bibo sabbert und natürlich will nicht jeder mit ihm spielen. Muss aber auch keiner. Dafür hab ich ja die Leine. Eigentlich müssten alle zufrieden sein – möchte man meinen. Feindselige Blicke bekommen wir aber trotzdem oft. Das nervt. Vor allem weil Bibo wirklich freundlich ist.

Das Argument, dass ein Hund nicht in die Stadt gehört, teile ich nicht. Es ist einfach super, dass Leute, die sich noch nie ernsthaft mit Hunden befasst haben, genau wissen, was artgerecht ist. Ein Hund muss nicht auf dem Land leben. Ein Hund will vor allem mit seinem Rudel zusammen sein. Das bin ich. Und in der Stadt findet er neben vielen Artgenossen auch genügend andere freundliche Menschen. Bibo liebt Bremen.


Contra

Jeden Tag zehn neue Hundehaufen bei mir im Stadtteil, wie ärgerlich. Wenn man reintritt ist der Tag erstmal gelaufen. Was ist eigentlich mit Hundehaltern los? Die benutzen doch auch ein Klo. Ein Maschendrahtzaun um sich gegen Kacke zu wehren, muss das wirklich sein? Auf dem Land fällt das nicht weiter auf, aber in der Stadt mit vielen Menschen ist das extrem ärgerlich. Warum landen diese ganzen Haufen nicht im Hundekotmülleimer? Davon gibt es 350 – also genug in der Stadt Bremen. Auch wenn manche Hundehalter den Haufen hinter ihrem Tier wegmachen: 1000 andere zeigen eben keine Verantwortung.

Das geht mit der Kontrolle weiter: Wenn ich jogge, kommen immer wieder Hunde die bellen und mich anrennen. Ich bekomme Angst – bei den Haltern dagegen oft keine Reaktion. Oder ich höre: "Der will nur mal schnüffeln." Doch: Woher weiß ich das gerade alles gut ist und wann es für mich gefährlich wird? Das macht mich wütend. Viele Fragen gehen mir durch den Kopf: Warum ist der Hund nicht angeleint? War er jemals in der Hundeschule?

Ich frage mich, ob Hunde in der Stadt wirklich glücklich sind. Hier ist es eng, dreckig, laut. Schon Menschen haben hier wenig Platz, wie soll es denn erst einem Hund damit gehen? Auf dem Land gibt es Auslauf und Grün, hier nur Straßenbahnen, Asphalt und dicke Luft. Ein Hund muss laufen können und sich austoben. Und in der Stadt gibt es kaum Auslauf. Hunde müssen hier doch depressiv werden.

Was meinen Sie? Sind Hunde in der Stadt…

So wurde abgestimmt

  • fehl am Platz, da sie hier nicht artgerecht gehalten werden können. 41%.
  • gut aufgehoben und eine Bereicherung für das Zusammenleben. 36%.
  • o.k., so lange sie angeleint sind. 23%.

Abgegebene Stimmen: 519

Das Ergebnis der Umfrage ist nicht repräsentativ

Mehr zur Wochenserie "Hundeleben"

  • Hauke Hirsinger
  • Anna Berkhout

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. Juni 2018, 19:30 Uhr