Pinker Panzer in Delmenhorst: Für die Bundeswehr nicht tolerierbar

Nachdem ein alter Panzer in Delmenhorst pink angemalt wurde, will die Bundeswehr ihn verschrotten. Doch für viele Delmenhorster ist er ein Stück Geschichte.

Ein pink bemalter, alter Panzer auf einem Truppenübungsplatz bei Delmenhorst.
Wenige Tage nachdem er angesprüht wurde, transportierte die Bundeswehr den Panzer ab. Bild: Volker Maeusel

Jahrzehntelang thronte auf dem Truppenübungsplatz an der Großen Höhe in Delmenhorst ein alter Panzer. Doch vor wenigen Tagen wurde er abtransportiert. Denn über Pfingsten hatten Unbekannte ihn mit pinker Farbe besprüht. Nun will die Bundeswehr ihn verschrotten.

Aber warum dieser drastische Schritt? "Er wird nicht mehr gebraucht. Die Übung, die wir damit durchgeführt haben, machen wir nicht mehr", erklärt Oberstleutnant Harald Mauritz den Schritt. "Und mit der Farbe sieht er nicht mehr so aus, wie wir ihn toleriert hätten", so Mauritz.

Petition für "Pink Panzer"

Doch dieses Vorhaben missfällt vielen Delmenhorstern. "Ich bin als Kind dort aufgewachsen und war immer an dem Panzer", erinnert sich Joschka Kuty. "So viele Delmenhorster haben da ihre ersten Jugendsünden erlebt." Und um diese Erinnerungen zu erhalten, hat Kuty eine Petition für die Rückkehr des Panzers gestartet. Über 100 Menschen haben sie inzwischen unterschrieben.

Neben der Petition habe er außerdem die Bundeswehr gefragt, ob man den Panzer kaufen könne. Doch auch diese Idee hat nicht funktioniert. "Wenn man als Privatperson einen Panzer kaufen will, gibt es so viele Auflagen – das hätte sich nicht gelohnt", sagt Kuty. Schließlich sei er kein "Vollzeit-Panzer-Retter".

Angesichts dieser Hürden zeigt er sich resigniert. "Der wird verschrottet, das ist ein Fakt. Das müssen wir akzeptieren." Stattdessen überlege er, zum Beispiel Fotos und Erinnerungen der Delmenhorster an den Panzer zu sammeln – und so ein "Panzer-Buch" zu erstellen.

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 5. Juni 2020, 23:30 Uhr