Das müssen Bremer für die Pflege bezahlen

Der Eigenanteil für die Pflege ist in Bremen laut Bundesgesundheitsministerium niedriger als in anderen Ländern. Doch es kommen weitere Kosten dazu. Eine Übersicht.

Die Hand einer Bewohnerin eines Pflegeheims liegt neben einem Wasserglas.
Insgesamt rund 1.757 Euro fallen im Land Bremen monatlich an Kosten an, wenn man im Pfelegheim lebt. Bild: DPA | Markus Scholz

Das Ministerium teilte nach Frage einer Abgeordneten der Linksfraktion im Bundestag den Eigenanteil in stationären Pflegeeinrichtungen mit. Demnach kommen die Bremer vergleichsweise gut weg: Der Anteil liegt den Angaben zufolge bei 451, 76 Euro (Stichtag 1. April 2018). In den meisten anderen Ländern müssen die Plegebedürftigen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das Sozialressort korrigierte die aktuelle Summe in Bremen auf Anfrage von buten un binnen jetzt zwar auf 505 Euro. Dennoch ist der Anteil relativ niedrig. Wir haben zusammengefasst, was Bremer zahlen müssen, wenn sie in einer Pflegeeinrichtung leben.

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1 Eigenanteil

Im Land Bremen liegt der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil derzeit bei 505 Euro pro Monat, wie die Bremer Sozialbehörde auf Anfrage von buten un binnen im Juli 2018 mitteilte. Darunter versteht man eine Abgabe, die innerhalb einer Einrichtung jeder Heimbewohner zahlt – unabhängig davon, welchen Pflegegrad er hat. Diese gesetzliche Regelung soll sicherstellen, dass jeder Bewohner des gleichen Heims auch den gleichen Anteil zahlt. Im Jahr 2017 lag der Beitrag bei 460 Euro. Sollte jemand diesen Eigenanteil nicht zahlen können, kann er Sozialleistungen beantragen.

2 Unterkunft und Verpflegung

Wie bei der häuslichen Pflege müssen auch Heimbewohner die Kosten für Kost und Logis selbst tragen. Dazu gehören laut Angaben der Verbraucherzentrale auch Zimmerreinigung und sonstiger Service. Derzeit müssen Bremer für die Unterkunft und Verpflegung in einem Pflegeheim laut Sozialbehörde durchschnittlich 742 Euro im Monat zahlen.

3 Investitionskosten

Zu den Kosten für Unterkunft und Verpflegung kommen allerdings noch die sogenannten Investitionskosten. Das bedeutet: Wer in einem Heim wohnt, muss sich an Kosten für Umbau- oder Ausbaumaßnahmen des Heimes, Modernisierungsarbeiten oder Instandhaltung beteiligen. Den Bewohnern wird ein monatlicher Betrag in Rechnung gestellt. In Bremen liegt er zurzeit bei durchschnittlich 510 Euro pro Monat. Allerdings können die Werte von Heim zu Heim sehr unterschiedlich sein.

4 Ausbildungsumlage

In einigen Bundesländern gibt es eine sogenannte Ausbildungsumlage, so auch in Bremen. Das bedeutet: Die Heimbewohner tragen dazu bei, dass Auszubildende in der Altenpflege bezahlt werden. 55,67 Euro pro Monat beträgt die Ausbildungsumlage in der Hansestadt. Das Sozialressort weist darauf hin, dass die Träger diese Umlage in Rechnung stellen können, aber nicht müssen.

5 Zusatzleistungen

Hinzu kommen Kosten gegebenenfalls für Komfortleistungen wie die Reparatur von Kleidung oder Nutzung der Gemeinschaftsräume für private Feiern. Auch besondere Zusatzleistungen, die vom regulären pflegerischen Angebot nicht umfasst sind, wie ein Vorleseservice, können Kosten verursachen. Sie werden von den Einrichtungen individuell geregelt und nicht vom Bremer Sozialressort erhoben.

6 So viel kostet die Pflege im Heim insgesamt

Durchschnittlich ergibt sich also im Land Bremen für eine Person in einer Pflegeeinrichtung eine Summe von 1.757 Euro pro Monat. Darin eingerechnet sind der Eigenanteil von 505 Euro, Unterkunft und Verpflegung für durchschnittlich 742 Euro sowie Investitionskosten 510 Euro im Schnitt.

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  • Verena Patel

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 10. Juli 2018, 23:20 Uhr