Gelb statt Grün: So bekommen Pflanzen Hilfe bei Trockenheit

Viele Pflanzen leiden zurzeit unter Hitze und fehlendem Regen. Bäume bekommen sogar Sonnenbrand. Aber es gibt Unterstützung – und dann bleibt grün auch grün.

Braunes Gras, aufgrund von Trockenheit, am Osterdeich.
Romantisch ist es am Osterdeich immer noch, aber grün war einmal. Das Gras ist wegen der Hitze verdorrt und inzwischen mehr gelb und braun. Bild: Radio Bremen | Sven Weingärtner

Wer an diesen heißen Tagen den Osterdeich entlangspaziert oder sich in einer der vielen Grünflächens Bremen aufhält, dem fällt schnell auf: Vertrocknete Rasenflächen und halbwelke Blumen dominieren häufig das ehemals grüne Bild, der Wassermangel für die Pflanzen scheint allgegenwärtig. Dennoch ist die Trockenheit nicht für alle Pflanzen gleich schädlich. "Die trockenen Rasenflächen stellen für uns eher ein untergeordnetes Problem dar", erklärt Ralf Möller vom Umweltbetrieb Bremen – diese würden sich bei Regen schnell wieder erholen. Vielmehr seien Jungbäume von der trockenen Wetterlage bedroht: Deren Wurzeln reichten oft nicht tief genug in den Boden, um an genug Wasser zu kommen und müssen daher großzügig bewässert werden.

Auch Bäume können Sonnenbrand bekommen

Vertrocknende Blumen auf einem Blumenbeet an der Bremer Wallmühle.
Auch Blumen – wie hier in einem Beet vor der Bremer Wallmühle – lassen vor Hitze und Trockenheit den Kopf hängen. Bild: Radio Bremen | Martin von Minden

Doch nicht nur der Wassermangel stellt eine Herausforderung für viele Pflanzen dar – auch die Hitze selbst kann schädlich sein: "Die Strahlungswärme von Asphalt und Glas kann so groß sein, dass die Pflanzen quasi einen Sonnenbrand bekommen können", so Möller. Vor allem die Buche habe eine besonders dünne Borke, wodurch Hitze die Wachstumsschicht des Baumes leicht zerstören könne. Dagegen helfe weiße Farbe, die auf den Stamm aufgetragen werde und die Wärme besser reflektiere. Da viele Bäume im Winter bereits einen weißen Anstrich als Schutz vor Frost und Rissen bekommen habe, seien damit "viele Bäume durch die Farbe auch im Sommer gut vor einem Sonnenenbrand geschützt", erklärt Möller.

Eine richtige Bewässerung ist bei dem heißen Wetter entscheidend – das weiß auch Leroy Czichy vom Gartenbauamt Bremerhaven: Dieses versorgt die Bäume der Stadt derzeit mit speziellen Wassersäcken, welche die Bäume über einen Zeitraum von acht bis zehn Stunden mit Wasser versorgen können. "Normalerweise haben Straßenbäume 'Einfüllstutzen' für die Bewässerung", erklärt Leroy Czichy.

Doch diese Schläuche, die man manchmal neben angepflanzten Bäumen aus dem Boden ragen sieht, werden von jungen Bäumen auf der Suche nach Wasser durchwurzelt. Das könne zu Problemen bei der Bewässerung führen – ebenso wie der von der Hitze verfestigte Boden, der kaum Wasser aufnimmt. Die Wassersäcke können hier mit einer langsamen und effektiven Bewässerung Abhilfe schaffen.

Besser selten bewässern – und dafür richtig

Braunes Gras, aufgrund von Trockenheit, am Osterdeich.
Ohne Wasser ist hier nichts mehr zu retten. Aber das kommt in Bremen ja meist früher als später von ganz allein. Bild: Radio Bremen | Sven Weingärtner

Bei der anhaltenden Trockenheit kommt es vor allem auf die richtige Art der Bewässerung an: "Das A und O ist, dass durchdringend gewässert wird", erklärt Ralf Möller. Wer dagegen ab und an den Rasen sprenge und damit nur die Erdoberfläche bewässere, würde alles nur schlimmer machen. Der Grund: Die Wurzeln des Rasens orientieren sich dorthin, wo es Wasser gibt. "Und zwar nur an die Oberfläche", erklärt Möller.

Wenn man dann einige Tage den Rasen nicht bewässert, vertrocknet dieser viel schneller. Deshalb ist es immer besser, ein Mal weniger zu bewässern. Dafür dann aber richtig.

Autor

  • Philipp Nöhr

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. Juni 2018, 23:20 Uhr

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