Illegale Pferde-Schlachtung im Raum Bremen gibt Rätsel auf

  • Rund 50 Pferde sind von Höfen in Grasberg und Beverstedt verschwunden
  • Mindestens fünf Tiere wurden illegal geschlachtet
  • Landwirtschaftsministerium verweigert Interview
Pferde auf einer Weide.
In Grasberg und Beverstedt verschwanden in den letzten Monaten Pferde – einige von ihnen wurden nach NDR-Recherchen illegal geschlachtet. (Symbolbild) Bild: DPA | Philipp Schulze

Wenn ein Pferd zu alt und zu krank für Reitstunden oder -ausflüge ist, kommt es meist auf einen Hof, wo es einfach auf einer Weide stehen kann – als sogenanntes Beistellpferd. Im Bremer Umland sind in den letzten Monaten rund 50 solcher Pferde verschwunden. Mindestens fünf von ihnen wurden offenbar illegal geschlachtet. Das haben Recherchen des NDR-Magazins "Panorama 3" ergeben.

Wie die NDR-Journalisten herausfanden, haben mutmaßliche Betrüger die Pferde eingekauft und auf zwei Höfe in Grasberg und Beverstedt verteilt. Fast alle Pferde sind verschwunden – acht wurden schließlich im Emsland geschlachtet. Fünf dieser Pferde waren allerdings nicht für die Schlachtung vorgesehen – sie wurden also illegal geschlachtet. Das Problem: Pferde, die nicht geschlachtet werden dürfen, können mehr Medikamente bekommen – ihr Fleisch darf deswegen nicht gegessen werden. Das hätte dem amtlichen Veterinär eigentlich auffallen müssen.

Niedersächsische Landwirtschaftsministerium äußert sich nicht

Das zuständige Veterinäramt spricht gegenüber dem NDR von "manipulierten Equidenpässen". Die Equidenpässe sind quasi die Papiere der Pferde. In diesen kann ein Besitzer die Schlachtung eines Pferdes auch für den Fall ausschließen, dass er es verkauft. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

Der Tierschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Edgar Schallenberger, äußert Zweifel an dieser Version. "Mir erschließt sich nicht, warum jemand aufwendig Equidenpässe manipulieren sollte", sagt er. Schließlich könne man mit einer Schlachtung maximal ein paar Hundert Euro erlösen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Betrugs.

Dieses Thema im Programm: NDR-Fernsehen, Panorama 3, 15. Janaur 2019, 21:15 Uhr