Fast jeder zweite Beschäftigte pendelt zur Arbeit nach Bremen

  • Etwa 142.700 Beschäftigte in Bremen pendeln
  • Ein Drittel von ihnen fährt über 30 Kilometer weit
  • Großteil der Pendler nutzt für den Arbeitsweg das Auto
Stau auf der A1 bei Hemelingen (Archivbild)
Ein Großteil der Pendler nutzt das Auto für den Arbeitsweg. Bild: Radio Bremen

Etwa 142.700 im Land Beschäftigte pendeln zur Arbeit in Bremen und Bremerhaven. Das geht aus Zahlen für das Jahr 2019 hervor, die die Arbeitnehmerkammer veröffentlicht hat. Die Einpendlerquote für das Land Bremen liegt damit bei 42,7 Prozent – fast jeder zweite Beschäftigte wohnt also nicht in der gleichen Stadt oder Gemeinde, in der er arbeitet. Die Zahl der Pendler ist seit 2002 um 21 Prozent gestiegen, in den vergangenen fiel diese Entwicklung jedoch weniger schwach aus als noch zwischen 2010 und 2016.

Der Großteil der Pendler nutzt für den Arbeitsweg das Auto. Von den etwa 118.600 Menschen, die in die Stadt Bremen pendeln, kommen 72 Prozent mit dem Pkw. Zu ihrem Arbeitsplatz in Bremerhaven fahren sogar 86 Prozent der 24.000 Pendler mit dem Auto. "Oft fehlen die Alternativen, um aus dem Umland in angemessener Zeit in die Städte zu kommen", sagt Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

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Ein Drittel der Pendler fährt weiter als 30 Kilometer

Zwei Drittel der Pendler wohnen im Umkreis von weniger als 30 Kilometern von ihrem Arbeitsplatz, ein Drittel hat einen weiteren Weg. Diese Beschäftigten wohnen meist in Oldenburg, Cuxhaven oder der jeweils anderen Stadt des Zwei-Städte-Staats.

Neben den rund 142.700 Einpendlern verlassen fast 58.300 Menschen Bremen oder Bremerhaven, um zur Arbeit zu pendeln. Unter ihnen gibt es besonders viele Akademiker. Der Anteil der Auspendler, die einen akademischen Abschluss haben, liegt bei 23,9 Prozent – zum Vergleich: Nur etwa 16,8 Prozent der Einpendler sind Akademiker. Schierenbeck kritisiert diese Situation: "Unser Ziel muss es sein, dass diese gut qualifizierten Wissensarbeiter auch in Bremen und Bremerhaven entsprechende Jobs vorfinden."

Außerdem fordert der Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer mehr Möglichkeiten, aus dem Homeoffice zu arbeiten: "In der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen positive Erfahrungen mit dem Arbeiten von zu Hause gemacht." Daher solle nun ein Anspruch auf Homeoffice geschaffen werden, denn Pendeln habe nicht selten eine negative Auswirkung auf die Gesundheit.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 4. August 2020, 23:30 Uhr