Interview

Parkplatz-Not: Was Bremen von Köln lernen kann – und was nicht

Zu viele Autos, zu wenig Platz: Bremen hat ein Parkplatzproblem. Die Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt sehen ein Anwohnersystem wie in Köln als mögliche Lösung.

Anwohnerparkzone in Bremen
Auch in Bremen gibt es schon 13 Zonen für Anwohnerparken.

Zugeparkte Gehwege, nicht genug Platz für Rettungswagen und lange Suchen nach dem passenden Parkplatz – alle Verkehrsteilnemer erfahren die kritische Situation in vielen Teilen Bremens. Wie soll sie gelöst werden? Wenn es nach den Beiräten Mitte und Östliche Vorstadt geht, wäre ein Bewohnerparksystem ein Schritt zur Besserung. Mittwoch Abend wurde im Viertel mit Anwohnern darüber diskutiert – als Beispiel wurde das Parksystem in Köln gewählt. Dort wurden in der Innenstadt flächendeckend Anwohnerzonen ausgewiesen. In Teilen ist Köln ein Vorbild, komplett kopieren könne man die Domstadt aber nicht. Das sagt Niels Weiland, Referatsleiter für strategische Verkehrsplanung beim Verkehrsressort.

Herr Weiland, bei der Diskussionsveranstaltung wird Köln als Beispiel herangezogen – Kann man die Parksituation in Köln und Bremen überhaupt vergleichen?
Die Antwort auf diese Frage ist ein ganz klares Jein. Natürlich gibt es von Stadt zu Stadt Ähnlichkeiten und Unterschiede. Köln nutzt allerdings das Anwohnerparken als flächendeckenden Ansatz und das ist für uns natürlich interessant. Wir loten aus, was wir für Bremen nutzen können und versuchen auch aus den Fehlern anderer Städte zu lernen.
Anwohnerparkausweis in einem Pkw
Mit dem Ausweis dürfen Anwohner nur in bestimmten Straßen in der Nähe ihres Wohnorts parken.
Was macht Köln denn besonders gut – und was würde in Bremen anders laufen?
In Köln scheint das System gut zu funktionieren, die Stadt hat die Zonen nach und nach ausgebaut. Inzwischen sind große Teile der inneren Stadt Anwohnerzonen. Die Kölner Verkehrsüberwachung hat aber auch mehr Kontrollpersonal als wir in Bremen, das wäre hier nicht realistisch. Denn jede Regelung ist nur so viel wert, wie sie kontrolliert wird. Außerdem wird in Köln teilweise so auf Gehwegen geparkt, dass nur 1,20 Meter frei gehalten wird. Das ist dann zu wenig Platz, wenn beispielsweise zwei Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen aufeinander treffen.
Welche Stadtteile kämen in Bremen für Anwohnerparkzonen in Frage?
Es gibt rechtliche Voraussetzungen und die Hürden sind nicht ganz niedrig. Erst müssen zu verschiedenen Tageszeiten Erhebungen durchgeführt werden, ob wirklich ein erhöhter Parkdruck vorhanden ist. Außerdem dürfen die Anwohner keine eigenen Stellplätze auf dem Grundstück haben und in der unmittelbaren Nachbarschaft darf es nicht genug Stellplätze geben. Nur weil ich in der eigenen und der Nachbarstraße keinen Parkplatz finde, heißt das nicht, dass unbedingt eine Zone für Bewohnerparken eingerichtet werden muss. Bisher gibt es Zonen in der Innenstadt, denkbar wären dann zum Beispiel Findorff, Schwachhausen und die östliche Vorstadt. Die Einzelfälle müssen aber noch geprüft werden.
Wie lange dauert es, bis dann Zonen eingerichtet werden?
Der Prozess ist nicht ganz ohne – selbst nach der Prüfung müssen dann noch Pläne erstellt und geprüft werden. Danach müssen Schilder und Gebührenautomaten aufgestellt werden. Und wenn die Regelung steht, müssen noch die Ausweise ausgestellt werden. Das braucht alles Zeit. Es werden also nicht in naher Zukunft große Teile der Bremer Parkplätze Anwohnerzonen sein.
  • Yannick Lemke

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 27. März 2019, 23:30 Uhr.