Was der Osterhase in der Kirche zu suchen hat

Jeder kennt sie. Doch kaum einer weiß, wofür Ostereier, Osterhasen und Osterlämmer stehen. Bremer Kirchenvertreter erklären, was welcher Osterbrauch bedeutet.

Ein schwarz-weißer Hase sitzt neben einem Korb mit bunten Eiern
Die meisten Osterbräuche sind laut der Bremischen Evangelischen Kirche christilichen Ursprungs. Bild: DPA | BIRGIT EGARTER

Dass zu Ostern die Christen eigentlich die Auferstehung Jesu feiern, geht zwischen Eiersuche und Osterspaziergang schnell verloren. Was den Sohn Gottes mit Hasen, Eiern und Lämmern verbindet, erschließt sich auch nicht auf den ersten Blick. Sabine Gautier, Sprecherin der Katholischen Kirche in Bremen, und Sabine Hatscher, Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche, sagen dennoch unisono: "Die meisten Osterbräuche, die wir kennen, sind christlichen Ursprungs."

1 Die Ostereier: Zeugen von der Entstehung des Lebens

Bunt gefärbte Eier.
Im Mittelalter wurden sie rot gefärbt, inzwischen sind Ostereier knallbunt.

Für die Christen ist ein Ei ein Sinnbild des Lebens. Es steht für die Schöpfung. Allerdings sah man das Ei auch schon in vorchristlicher Zeit als Symbol für die Entstehung des Lebendigen. Die Kirche hat diesen Glauben an die Wunderkraft des Eis übernommen. So lässt sich die christlich-kirchliche Eierweihe schon im 4. Jahrhundert nachweisen. Wie Funde aus der Umgebung von Worms zeigen, wurden die Eier auch damals schon bunt bemalt. Das österliche Segnen von Speisen spielt auch heute noch eine große Rolle in der Ostermessen. "Gerade den polnischsprachigen Katholiken ist die Speisesegnung sehr wichtig", hat Sabine Gautier festgestellt. Dass Menschen Eier verstecken und anschließend suchen lassen, hat allerdings keinen kirchlichen Ursprung. Das sei dem Verhalten von Hühnern nachempfunden, teilt die Bremische Evangelische Kirche mit.

2 Der Osterhase: Symbol für Jesus Christus

Landläufig versteckt der Osterhase die Ostereier. In der Bibel sucht man ihn vergebens. Dabei hat er durchaus eine kirchliche Bedeutung: Im Byzantinischen Reich, einer Wiege der christlichen Kirche, symbolisierte der Hase Jesus Christus. Denn er hat keine Augenlider und schläft mit offenen Augen – wie Jesus, der nach christlichem Glauben selbst durch den Tod nicht "entschlafen" ist. Allerdings sah man den Hasen auch als Sinnbild des ängstlichen Menschen. Der Angsthase flüchtet vor seinen Verfolgern in den Fels - oder auch zu Jesus und seiner Kirche.

3 Das Osterlamm: Botschafterin des Friedens

Das Lamm gilt den Christen als Zeichen des Lebens. Wegen seines weißen Fells steht es zudem für Reinheit und Frieden. Dennoch ist das Osterlamm keine Erfindung der Christen. Es hat seine Ursprung im jüdischen Pessachfest. Dabei wird ein Lamm gegessen.

Osterlamm und Ostereier
Symbole des Friedens und des Lebens: Osterlamm und Ostereier. Bild: DPA | J. Pfeiffer / Arco Images

Das Pessachfest erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Auch Jesus feierte mit seinen Jüngern das Pessachfest und aß mit ihnen ein Lamm, ehe er verraten und verhaftet wurde. Manche christliche Überlieferungen verstehen Jesus selbst als Pessachlamm, das am Kreuz geopfert wurde.

4 Das Osterfeuer: Sinnbild der Auferstehung Jesu

Das Osterfeuer zeugt im christlichen Glauben die Auferstehung Jesu von den Toten. Denn Feuer ist für die Christen ein Symbol des Geistes. Es ist als Wärmequelle lebensnotwendig, zugleich aber auch lebensbedrohend. Beim alttestamentarischen Zug des Volkes Israel durch die Wüste bot das Licht des Feuers zudem Orientierung in dunkler Nacht.

5 Die Osterkerze: "Licht der Welt"

Eine brennende Kerze.
Osterkerzen werden auch an Freunde und Nachbarn verschenkt.

In vielen Osternachts- und Ostergottesdiensten reichen die Gläubigen eine Osterkerze weiter. Diese Tradition gab es schon in Gottesdienste des 4. Jahrhunderts. Jesus bezeichnet sich im Johannes-Evangelium als "Licht der Welt". Meist stehen ein Kreuz, eine Jahreszahl und die griechischen Zeichen Alpha und Omega auf der Osterkerze. Alpha steht für den Beginn, Omega für das Ende des Lebens. Daher sieht man die Osterkerze häufig auf Gräbern. Sie erinnert an die Auferstehung Jesu.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 19. April 2019, 12:45 Uhr