Bremer OHB-Chef schwärmt vom Weltraum-Flug des Multimilliardärs Bezos

Audio vom 23. Juli 2021
Marco Fuchs und Jeff Bezos (Montage)
Was tun, wenn man alles hat? Am Dienstag absolvierte Jeff Bezos seinen ersten Weltraum-Flug. Der Bremer OHB-Chef Marco Fuchs ist begeistert. Bild: DPA | gumzmedia/Tony Gutierrez
Bild: DPA | gumzmedia/Tony Gutierrez

Marco Fuchs, der Chef des Raumfahrtunternehmens OHB, ist sich sicher: Amazon-Gründer Jeff Bezos verleihe der Raumfahrt neuen Schwung. Der Flug sei ein Husarenritt gewesen.

In den Augen des Chefs des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB, Marco Fuchs, ist der Weltraum-Ausflug von Amazon-Gründer Jeff Bezos historisch. Zwar würden seit mehr als 50 Jahren Raketen in den Weltraum abheben. Dennoch sei der Flug von Blue Origin insofern historisch als er neben der technischen Herausforderung eines vertikalen Raketenstarts und der sicheren vertikalen Landung der wiederverwendbaren Stufe, auch zum ersten Mal den Transport von Zivilisten an den Rand des Weltraums beinhaltete.

Mit einer Raumkapsel macht Amazon-Gründer Jeff Bezos einen Ausflug ins Weltall.
Mit dieser Raumkapsel war Jeff Bezos im All unterwegs. Bild: DPA | ABACA

Jeff Bezos war am Dienstag nach einem Kurz-Ausflug ins Weltall wieder sicher auf der Erde gelandet. Der 57-Jährige hatte an Bord des Raumschiffes "New Shepard" seiner Firma Blue Origin vom US-Bundesstaat Texas aus abgehoben, wie auf einer Live-Übertragung des Unternehmens zu sehen war. An Bord des ersten bemannten Raumfluges der "New Shepard" waren neben Bezos auch sein Bruder Mark sowie eine 82 Jahre alte frühere US-Pilotin und ein 18-jähriger Niederländer, dessen Vater ihm den Flug geschenkt hat. Die 82-jährige Wally Funk ist damit nun der älteste Mensch, der je ins All geflogen ist – der 18-jährige Oliver Daemen der jüngste.

Der Flug von Blue Origin war eine unglaubliche Pioniertat.

Marco Fuchs, OHB-Chef

Fuchs: Flug war öffentliches Bekenntnis von Bezos

Jeff Bezos sei mit dem Flug ein unfassbares Risiko eingegangen, sagt Fuchs. "Er hat schließlich nicht erstmal drei, vier Flüge abgewartet, bis er selbst in die Kapsel gestiegen ist." Er könne sich kein größeres öffentliches Bekenntnis zum eigenen Produkt vorstellen als den Flug von Bezos in seiner eigenen Rakete, sagt Fuchs.

Dieser Husarenritt wird der Raumfahrt neuen Schwung verleihen.

Marco Fuchs, OHB-Chef

Doch es wurde in den vergangenen Tagen auch immer wieder Kritik an den Weltraum-Ambitionen einiger Milliardäre laut. So sehr die Diskussion über Sinn und Unsinn solcher Flüge berechtigt seien, so sehr lasse sich auch die Meinung vertreten, dass Fortschritte in der Geschichte der Menschheit immer dann gemacht wurden, wenn Risiken eingegangen und Grenzen überwunden wurden, sagt Fuchs. Außerdem ist sich Fuchs sicher: "Nur wenn wir die Raumfahrt vorantreiben, werden wir einen essentiellen Beitrag zur Verbesserung des Lebens auf der Erde leisten können."

So mischt das Bremer Familienunternehmen OHB im Weltall-Business mit

Video vom 4. August 2020
Luftbild: Das Firmengebäude von OHB in Bremen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 22. Juli 2021, 23:30 Uhr