Nach Corona-Ausbruch: Keine verschärften Maßnahmen in Bremerhaven

  • Am Freitag fiel die Zahl der Infektionen wieder unter die Obergrenze
  • Krisenstab rechnet mit einem weiteren Anstieg der Zahlen
  • Stadt will verstärkt in Schulen und Kitas testen
Video vom 5. Juni 2020
 Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz bei der Pressekonferenz.

Die Stadt Bremerhaven sieht nach dem Corona-Ausbruch in der freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven keinen Anlass, bestehende Lockerungen wieder zurückzunehmen. Das gab der Krisenstab der Stadt am Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz bekannt. Zuvor hatte der Magistrat getagt. Die Infektionen betreffen ein abgrenzbares Cluster und seien nachvollziehbar, so Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz. Ein Großteil der Fälle sei auf direkte Kontakte in Großfamilien zurückzuführen.

Zudem liegt die Stadt nun wieder unter der Obergrenze. Für Freitag meldet die Stadt fünf weitere Corona-Fälle, damit sinkt die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen von 56,1 am Donnerstag auf 47,6. Der Wert könne in den kommenden Tagen aber wieder ansteigen, da umfangreich getestet werde, teilte der Krisenstab mit.

Rechne man aktuell die Fälle mit Bezug zur freikirchlichen Gemeinde raus, liege der Wert nur bei 10,1, betonte der Leiter des Krisenstabs, Ronny Möckel. Insgesamt 101 Fälle lassen sich aktuell der freikirchlichen Gemeinde zurechnen, 64 Betroffene haben ihren Wohnsitz in Bremerhaven.

Vorerst keine Lockerungen im Bereich von Schulen und Kitas

Wegen des Corona-Ausbruchs hat die Stadt jedoch die Karl-Marx-Grundschule in Bremerhaven-Leherheide bis mindestens zum kommenden Freitag geschlossen. Laut Magistrat wird die Schule von vielen Mitgliedern der freikirchlichen Gemeinde besucht. Insgesamt gebe es an der Schule vier Corona-Fälle sowie sieben Kinder, die als Kontaktpersonen 1. Grades eingestuft werden, sagte Schuldezernent Michael Frost. Die Stadt hat zudem sechs Lerngruppen an drei Grundschulen in Leherheide bis vorerst Ende kommender Woche geschlossen. Betroffen sind die Fritz-Husmann-Schule, die Gaußschule I und die Heidjer-Schule.

Die Oberschüler hätten eigentlich bis Pfingsten wieder in den Unterricht zurückkehren sollen, damit warte die Stadt nun an den beiden Oberschulen in Leherheide bis zur übernächsten Woche. So solle sichergestellt werden, dass die Abschlussschüler in der kommenden Woche ihre Prüfungen schreiben können. Anschließend sollen die 5. bis 9. Klassen sukzessive in die Schule zurückkehren.

Schuldezernent Michael Frost kündigte an, dass der Senat in der kommenden Woche weitere Lockerungen im Bereich Schulen und Kitas plane. In Bremerhaven werde es jedoch vorerst keine weiteren Lockerungen geben, so Frost.

Stadt will verstärkt in Schulen und Kitas testen

Die Stadt will vermehrt im Bereich von Schulen und Kitas testen. Auch für Kontaktpersonen der Kinder will die Stadt Tests anbieten. Die Stadt will hier aktiv auf die Eltern zugehen, sagte Ronny Möckel. Es ist niemand verpflichtet, an diesen Tests teilzunehmen, betonte der Leiter des Krisenstabs.

Mitschnitt der Pressekonferenz zur Corona-Lage in Bremerhaven

Video vom 5. Juni 2020
Melf Grantz und Ronny Möckel bei einer Pressekonferenz

Autorin

  • Sonja Harbers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. Juni 2020, 19:30 Uhr