Bremer Eltern im Homeoffice ohne Anspruch auf Kita-Notbetreuung

Ab Montag gibt es nur noch Notbetreuung an Kitas in Bremen und Bremerhaven. Grund dafür ist die ansteckendere Virus-Mutante, die auch im Land Bremen nachgewiesen wurde.

Video vom 28. Januar 2021
Vater mit Tochter im Homeoffice, er am Computer, das Mädchen mit Puzzle am Esstisch.
Bild: Imago | Jochen Eckel
Bild: Imago | Jochen Eckel

In Kitas in Bremen und Bremerhaven gilt ab dem 1. Februar nun die Reaktionsstufe 3 – und das bedeutet nur noch Notbetreuung. Maximal zehn Kinder dürfen gleichzeitig in einer Gruppe betreut werden, zwölf verschiedene Kinder über die Woche verteilt.

Laut der Pressemitteilung dazu vom Senat haben Kinder von Berufstätigen, die nicht im Homeoffice arbeiten können, und Kinder, deren Wohl gefährdet ist, sowie Härtefälle Vorrang. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass Eltern im Homeoffice ihre Kinder jetzt wieder selbst betreuen müssen. Das gilt auch für Alleinerziehende. Aus dem Bildungsressort heißt es dazu: "Rechnerisch bedeutet Reaktionsstufe 3, dass immer noch für 70 Prozent aller Kinder Plätze zur Verfügung stehen würden."

Einrichtungen unter Druck

Trotzdem sind im Moment vor allem die Leitungen der Kindertagesstätten im Land Bremen unter Druck. "Es ist Stress pur", sagt Carsten Schlepper von der evangelischen Kirche Bremen. Und auch beim Verbund Bremer Kindergruppen, der die Elterninitiativen betreut, gibt es hohen Beratungsbedarf – besonders, weil die Maßnahme so kurzfristig bekannt gegeben wurde.

buten un binnen hat in diesem Zusammenhang ein Schreiben erreicht, in dem eine Kita-Leitung um Verständnis wirbt: "Es steht für mich fest, dass wir nicht alle Eltern dieses Mal zufriedenstellen werden [...] und ich habe große Sorge davor, dass es dieses Mal, anders als im Frühjahr des vergangenen Jahres, zu deutlich mehr Unmut bei Euch Eltern kommen wird, was ich absolut verstehen kann." Die Kita-Leitung fühle sich damit "in eine Rolle gepresst", die ihr nicht gefällt und die sie "höchst ungern wahrnehme".

Eltern im Stress

Auch die Zentrale Elternvertretung in Bremen erwartet, dass es zwischen Kitas und Eltern "knirschen" wird. Die Elternvertreter kritisieren vor allem, dass so wenig Zeit bleibe, um den aktuellen Beschluss umzusetzen. Schon im ersten Lockdown habe sich gezeigt, dass zu Hause arbeiten und gleichzeitig Kinder zu betreuen nicht funktioniere. Jetzt bleiben nur noch wenige Tage, um die Betreuung anderweitig zu organisieren.

Rückblick: Bildungssenatorin Bogedan über "eingeschränkten Regelbetrieb" in Kitas

Video vom 21. Januar 2021
Moderator János Kereszti und Bildungssenatorin Claudia Bogedan im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Sarah Kumpf Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 28. Januar 2021, 14:10 Uhr