Fragen & Antworten

Türen der neuen NWB-Züge machen Klick-Geräusche: Wir verraten warum

Audio vom 14. Oktober 2021
Ein Zug steht auf einem Abstellgleis.
Bild: NordWestBahn | Heese
Bild: NordWestBahn | Heese

Die Nordwestbahn hat in Bremerhaven heute einen Prototyp ihrer neuen Züge vorgestellt. Das ändert sich am Aussehen und bei den Funktionen sowie im Fahrplan.

Wie verändert sich die Optik der Züge?
Besonders auffällig: Das Erscheinungsbild von außen ist komplett neugestaltet. Statt der bekannten blau-gelben Züge setzt die Nordwestbahn (NWB) auf Weiß, Rot und Blau. Die Lackierung erfolgt laut Unternehmen im Transdev-Design, orientiert an den Farben des gleichnamigen, französischen Mutterunternehmens. Auch Polsterbezüge und Tische sind neu gestaltet.
Ein leeres Zugabteil mit leeren, blauen und roten Sitzen.
Die Züge der Nordwestbahn kommen außen und innen im neuen Gewand daher. Bild: NordWestBahn | Heese
Was ändert sich technisch und baulich?
Unter den Neuerungen betreffen einige die Barrierefreiheit. Fahrgästen, die sich dem Zug nähern, vernehmen künftig ein leises Knacken, ähnlich einer Ampel. Dahinter steckt ein Leitsystem für Blinde und sehbeeinträchtigte Menschen, damit sie die Knöpfe an den Türen leichter finden. In den Bahnen soll ein weiteres Leitsystem auf dem Boden zur leichteren Orientierung beitragen. Es besteht aus kleinen Noppen, die den Weg zur Tür oder zur Toilette weisen.

Für Rollstuhlfahrer gibt es neue Rampen, damit sie an allen Bahnhöfen in den Zug gelangen können. Das war vorher nicht der Fall, weil sich die Höhenunterschiede der Bahnsteige unterscheiden. Zugbegleiter können künftig per Hand eine Rampe ausrollen. Ab 2023 soll es in den Zügen der Nordwestbahn auch WLAN geben. Schon jetzt gibt es neue Überwachungskameras, die keine toten Winkel mehr aufweisen.
Auch Corona spielt eine Rolle, welche?
Eine Maskenpflicht gilt bislang weiter in der Bahn, nun kommt es auch zu baulichen Veränderungen im Zuge der Pandemie. "Neu ist zum Beispiel auf dem WC ein Spender für Desinfektionsmittel", sagt Robert Palm, Regionalleiter der Regio-S-Bahn der NWB. Außerdem haben die Griffstangen laut Palm eine antibakterielle Farbe mit Silberanteil, sie soll Kontaktübertragungen verhindern. Auch gibt es abwischbare Kopfstützen, die sich schnell desinfizieren lassen. "In der Summe bringt das definitiv mehr Sicherheit."
Zwei Männer auf Leitern bringen Aufkleber an einem Zug an.
Der erste der neuen Züge ist bereits auf der Schiene, weitere folgen. Bild: Radio Bremen | Sina Derezynski
Und ab wann gibt es die neuen Züge?
Der nun vorgestellte Prototyp ist bereits seit August in Bremen und dem Umland im Einsatz. Die restliche Flotte im Streckennetz der Regio-S-Bahn von 34 Zügen soll ab Januar 2023 nach und nach umgerüstet werden. Außerdem sollen 16 neue Fahrzeuge hinzukommen. Die erste Bahn war ein Probeumbau, um herauszufinden, wo Fehler passieren könnten.
Was verändert sich im Fahrplan?
Die Maßnahmen, die die Nordwestbahn umsetzt, sind im Verkehrsvertrag mit Niedersachsen und Bremen festgeschrieben. Bereits seit 2010 betreibt das Unternehmen das Netz der Regio-S-Bahn, den Zuschlag für die Fortsetzung bis 2039 erfolgte 2019. Das bedeutet auch, dass es ab Dezember 2022 neue Linien und Takte gibt. Zwischen Bremen und Oldenburg kommt etwa ein halbstündiger Takt, sagt Palm. Auch soll es eine Expresslinie geben, die nur an den fünf größten Bahnhöfen hält. Ergänzend wird die NWB bis Wilhelmshaven fahren und die Strecke Verden-Rotenburg bedient.

Autorinnen und Autoren

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor
  • Sina Derezynski Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 14. Oktober 2021, 15:10 Uhr