Niere statt Milz entfernt: Klinik und Arzt auf 630.000 Euro verklagt

  • Anwalt reicht Klage vor Landgericht Bremen ein
  • Vorläufiger Streitwert: rund 630.655 Euro
  • Dem Bremer war im Oktober 2017 statt Milz eine Niere entnommen worden
Eine Hand mit OP-Handschuhen, die ein Skalpell hält.
Der Anwalt des Geschädigten fordert rund 630.000 Euro von der Gesundheit Nord.

In der Klageschrift, die buten un binnen vorliegt, fordert der Anwalt des Patienten von der Gesundheit Nord (Geno) und dem Operateur insgesamt rund 630.655 Euro. Darin enthalten ist unter anderem ein Schmerzensgeld, das mit 325.000 Euro beziffert wird. Die Krankenhausbetreibergesellschaft Geno will sich derzeit nach Angaben einer Sprecherin nicht zu dem Verfahren äußern.

Wegen einer erblich bedingten Krankheit sollte dem jungen Mann im Oktober 2017 die Milz entfernt werden. Nach der Operation im Klinikum Bremen-Mitte wurde jedoch in der Pathologie festgestellt, dass es sich bei dem entnommenen Organ um eine Niere handelte.

Der Patient hatte außerdem Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft beantragte Ende Juni 2019 beim Amtsgericht Bremen den Erlass eines Strafbefehls. Der Strafbefehl lautete auf 150 Tagessätze je 200 Euro, also auf insgesamt 30.000 Euro Geldstrafe, wie das Amtsgericht Bremen bestätigte. Dagegen legte der Anwalt des beschuldigten Arztes fristgerecht Einspruch ein. Damit kommt es voraussichtlich zu einer Verhandlung vor Gericht.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 22. Juli 2019, 21 Uhr