Niere statt Milz entnommen: Fall wird vor Gericht verhandelt

  • Im Fall eines Bremer Patienten kommt es zur Gerichtsverhandlung
  • Anwalt des beschuldigten Arztes legte Einspruch gegen Strafbefehl ein
  • Bremer war statt Milz eine Niere entfernt worden
Ein Arzt bei einer Operation.
Der Fall eines jungen Bremers, dem statt der Milz eine Niere herausoperiert worden war, wird vor Gericht verhandelt. Bild: Imago | Westend61

Wie das Bremer Amtsgericht auf Anfrage von buten un binnen mitteilte, hat der Anwalt des beschuldigten Arztes fristgerecht Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt. Damit kommt es voraussichtlich zu einer Verhandlung vor Gericht. Ein Termin steht dafür aber noch nicht fest, hieß es. Der Strafbefehl lautete demnach auf 150 Tagessätze je 200 Euro, also auf insgesamt 30.000 Euro Geldstrafe.

Der junge Bremer hatte sich wegen einer erblich bedingten Krankheit im Oktober 2017 einer Operation im Klinikum Bremen-Mitte unterzogen. Dabei sollte seine Milz entfernt werden, die durch die Krankheit vergrößert war. Wie später in der Pathologie festgestellt wurde, wurde ihm jedoch eine Niere herausgenommen.

Die Staatsanwaltschaft Bremen hatte gegen den Operateur wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung ermittelt. Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragtes Gutachten eines Münchner Spezialisten war zu dem Ergebnis gekommen, dass ein grober Behandlungsfehler vorliege. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Antrag auf Erlass eines Strafbefehls beim Amtsgericht Bremen gestellt.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Juli 2019, 19:30 Uhr