Niedersächsische Schüler können ab Montag zu Hause bleiben

  • Niedersachsen greift zu neuen Maßnahmen im Kampf gegen Corona
  • Geplante Lockerungen werden zurückgenommen
  • Schulen sollen leerer werden, Schließungen im Handel noch nicht beschlossen
Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) trägt eine Maske.
In den Augen des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) geht es jetzt um den Schutz von Menschenleben. Bild: DPA | Julian Stratenschulte

In Niedersachsen sollen Schüler schon von der kommenden Woche an zu Hause bleiben können. Das hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am heutigen Donnerstag im niedersächsischen Landtag mitgeteilt. Eltern können ihre Schulkinder in der kommenden Woche vom Präsenzunterricht befreien lassen, damit weniger Kinder in den Klassenräumen sitzen. In dieser Zeit soll es Angebote zum Distanzlernen geben. Anschließend gibt es Weihnachtsferien, die bereits auf drei Wochen verlängert worden waren. "Unser Ziel ist es, schon in der nächsten Woche die Schulen wesentlich leerer zu machen", sagte Weil.

Niedersachsen nimmt darüber hinaus auch die für den Jahreswechsel geplanten Corona-Lockerungen größtenteils zurück. Hintergrund sind die steigenden Infektionszahlen. Die Kontaktbeschränkung auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten soll nun lediglich vom 24. bis zum 26. Dezember auf 10 Verwandte zuzüglich Kinder unter 14 Jahre ausgeweitet werden. Danach sollen die strikten Beschränkungen bis zum 10. Januar weiter gelten.

Für Weil geht es um den Schutz von Menschenleben

Ob und für wie lange es Schließungen im Handel geben wird, ist noch unklar. "Das, was wir jetzt machen über Weihnachten und Silvester und in das neue Jahr hinein, ist für mich ein ganz wichtiger Akt von vorbeugendem Brandschutz", sagte Weil. "Es geht am Ende des Tages um den Schutz von Menschenleben." Man dürfe sich mit dem derzeitigen Infektionsniveau nicht abfinden, und die derzeitigen Maßnahmen reichten für eine Kehrtwende nicht aus.

Bund und Länder wollen nach Angaben von Weil zudem in den kommenden Tagen über eine Verschärfung der Corona-Regeln beraten. Wie Weil sagte, finden die nächsten Gespräche von Bund und Ländern wahrscheinlich schon am Wochenende statt. Bei diesen Beratungen sollen nach dem Willen von Weil auch bundeseinheitliche Regelungen für den Handel beschlossen werden. Entweder blieben alle Geschäfte geöffnet, oder es komme zu Schließungen zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr oder zwischen Weihnachten und dem 10. Januar.

Möglichst zügig will Niedersachsen auch den Verkauf von Alkohol zum Außer-Haus-Konsum verbieten. Wie Weil sagte, geht es dabei vor allem um den Verkauf von Glühwein.

Anders als Niedersachsen hat die Landesregierung in Bremen bislang nicht auf die zunehmenden Forderungen nach einem harten Lockdown reagiert. Mit Blick auf die vermutlich bevorstehende Bund-Länder-Konferenz am Wochenende werde man sich jetzt nicht dazu äußern, erklärte ein Sprecher. Noch am Montag hatte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) erklärt, man plane derzeit keine Verschärfungen der Corona-Kontaktbeschränkungen. Das Infektionsgeschehen gebe dazu keinen Anlass. Das hatte allerdings am Montag auch Niedersachsens Ministerpräsident Weil noch gesagt.

Bremens CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Röwekamp bezeichnete Niedersachsens Entscheidung als sachgerecht. Die Zahl der Infektionen sei unverändert hoch, weil einige die Beschränkungen nicht beachten würden. "Der rot-rot-grüne Senat muss diese Regelung jetzt auch für Bremen übernehmen. Es ergibt keinen Sinn, hier eine Insellösung durchzusetzen", teilte Röwekamp mit.

Rückblick: Langwierige Beratungen über weitere Corona-Maßnahmen

Video vom 25. November 2020
Leere Stühle bei der Pressekonferenz in Berlin für den Corona Gipfel.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 10. Dezember 2020, 11 Uhr