Fragen & Antworten

Niedersachsens Tourismus-Öffnung: So kommen die Pläne an der Küste an

Unterkünfte und Gastronomie in Niedersachsen sollen wieder öffnen dürfen – unter bestimmten Voraussetzungen. Doch was die Branche freut ist kein Selbstläufer.

Eine Frau mit Schutzmaske bürstet die Fassade eines Gebäudes vor dem Strand in Cuxhaven ab.
Die Tourismus-Branche in Cuxhaven bereitet sich auf die Öffnung vor. (Archivbild) Bild: DPA | Sina Schuldt

Seit November sind Hotels und Ferienwohnungen an der Küste in Cuxhaven, Timmendorf oder Dangast geschlossen wegen der Pandemie. Seit sechs Monaten stehen die Betriebe still. Ab Montag dürfen sie jetzt wieder öffnen. Zumindest zum Teil. Niedersachsen lockert die Corona-Regeln. In Landkreisen, in denen der Inzidenzwert stabil unter 100 liegt, ist Tourismus ab nächster Woche wieder möglich.

Können sich auch Menschen aus Bremen und Bremerhaven wieder ein Zimmer am Meer buchen?
Nein, erstmal nicht. Denn die Öffnung gilt zunächst nur für Menschen aus Niedersachsen. Und das auch nur bis zu einer Belegung von 60 Prozent bei Hotels und mit einer Abstandsfrist von einem Tag bei Ferienwohnungen. Es gibt den vorsichtigen Plan, dass in den nächsten Wochen auch geimpfte Menschen aus ganz Deutschland wieder Urlaub in Niedersachsen machen dürfen. Das fordern beispielsweise auch die Hoteliers und Gastronomen in Cuxhaven. Aber sicher und beschlossen ist das bis jetzt noch nicht.
Was sagen Hoteliers zu den neuen Möglichkeiten?
Da ist die Freude groß. Allerdings befinden sich viele auch in einem Spagat zwischen Aufbruchsstimmung und Organisationsstress. Es muss jetzt viel organisiert werden. Das sagt zum Beispiel Christian Kamp, Hotelbesitzer und Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Cuxhaven. Für ihn ist die Öffnung ein Lichtblick und eine große Erleichterung. "Mein erster Ausspruch an die Kollegen war 'Hurra, es geht los'", erinnert sich Kamp. "Wir sind einigermaßen überrascht gewesen, dass es so schnell losgeht und müssen jetzt in den Betrieben überall sehen, dass wir das organisiert bekommen." Nun müsse sauber gemacht, das Personal zurückgeholt und Bestellungen getätigt werden. Auch ergäben sich sicher noch Fragen aus der neuen Verordnung. "Aber das sind alles Dinge, die wir gerne bereit sind in Kauf zu nehmen. Weil es das erste echte Öffnungssignal ist und wir loslegen können."
Wie ist die Nachfrage bei den Gästen?
Zurzeit ist die Nachfrage eher verhalten. Es gebe noch keinen großen Ansturm, sagt Kamp. Er geht aber davon aus, dass sich das ändert. "Wir sind jetzt dabei, die, die nicht aus Niedersachsen kommen, vorläufig auszusortieren und ihnen mitzuteilen, dass sie, wenn sie zum Beispiel aus Nordrhein-Westfalen sind, nicht kommen dürfen." Mit den übrig bleibenden Interessenten soll dann die 60-Prozent-Belegung gefüllt werden. Gastronomen dürfen zunächst nur ihre Außenbereiche öffnen und die nur zu 50 Prozent. Der ein oder andere werde sich das sicher zweimal überlegen, glaubt Kamp. Er hoffe, dass die Branche dennoch ein geschlossenes Signal zum Restart sende. "Wir erwarten jetzt nicht gleich Gewinne in der ersten Woche", sagt Kamp. "Es ist auch ganz gut, dass man recht langsam anfangen kann, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen."

Wie steht es um die Öffnungsperspektiven in Bremerhaven und Bremen?

Video vom 4. Mai 2021
Der Außenbereich eines geschlossenen Restaurants.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor
  • Leonard Steinbeck

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 5. Mai 2021, 16:40 Uhr