Fragen & Antworten

So startet das neue Corona-Schuljahr im Land Bremen

Bremens Bildungssenatorin zum Schulstart

Audio vom 27. August 2021
Erstklässler halten ihre Schultüten in die Luft
Bild: picture alliance / Christopher Neundorf/Kirchner-Me | Christopher Neundorf/Kirchner-Media
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Am 2. September ist der erste Schultag nach den Ferien und Samstag Einschulung. Test- und Maskenpflicht, volle Klassenstärke — was erwartet Kinder, Eltern und Lehrkräfte?

Am Donnerstag sind die Ferien in Bremen vorbei. Hier eine Übersicht, was für den Schulbesuch unter Corona-Bedingungen geplant ist.

Heißt es aufgrund von Corona wieder: "Lernen allein zu Haus?"
Nein, aktuell nicht. Wie auch vor den Ferien setzt Bremen auf Präsenzunterricht. Die Klassenstärke wird nicht reduziert. "Wir wollen den Schulstart – und idealerweise auch das gesamte Schuljahr – in dauerhafter Präsenz durchführen", sagte Sascha Aulepp (SPD), die neue Senatorin für Kinder und Bildung, bereits im Juli. Auch aktuell hält das Ressort an dem Grundsatz "Präsenzunterricht – so lange es geht" fest. Insofern Bremen selbst entscheiden kann, wolle man das Geschehen an den Schulen inzidenzunabhängig und individuell beobachten. Sollte allerdings erneut die Bundesnotbremse in Kraft treten, könnte es wieder Distanzunterricht geben, da dann die Entscheidung nicht weiter Ländersache ist.
Ist Distanzunterricht derzeit trotzdem möglich?
Ja, wer Risikopatient ist, darf auch von zu Hause lernen. Des weiteren teilt das Ressort mit, dass noch immer das Schulbetretungsverbot für alle gilt, die sich nicht testen lassen. Schüler, die das betrifft, nehmen ebenfalls von zu Hause am Unterricht teil.
Zwei Mädchen sitzen nebeneinander an einem Tisch. Vor ihnen liegen Corona-Tests.
Masken und Schnelltests gehören weiter zum Schulalltag im Land Bremen. Bild: DPA | CTK | Radek Petrasek
Wo müssen Masken getragen werden?
In den Bremer Grundschulen müssen grundsätzlich keine Masken getragen werden. In den weiterführenden Schulen ist ein Mund-Nasen-Schutz in Fluren, Gängen und überall dort, wo Abstände nicht eingehalten werden können, zu tragen. Laut dem Bildungsressort müssen die Masken im Unterricht bei der derzeitigen Inzidenz nicht benutzt werden. "Wir gehen davon aus, dass die Schüler eigenverantwortlich handeln", sagte Kilincsoy buten un binnen.
Wie häufig wird getestet?
Die ersten Septemberwochen beschreibt die Behörde als Rückkehrphase. In den Grundschulen werden die Jungen und Mädchen für drei Wochen zweimal wöchentlich getestet. Am Montag, 6. September, beginnt die Durchführung mit den sogenannten Lolli-Tests. Dabei handelt es sich um PCR-Tests, die besonders sensitiv sind. Dabei nehmen die Kinder das Teststäbchen für etwa 30 Sekunden in den Mund. Die Speichelprobe wird dann in den Laboren auf eine Infektion untersucht. An weiterführenden Schulen werden zweimal pro Woche Antigenschnelltests durchgeführt. Die Testungen starten direkt in der ersten Schulwoche am 2. und 3. September.
Was passiert, wenn es einen positiven Corona-Fall in einer Klasse gibt?
Dann tritt, Stand heute, die reguläre Corona-Verordnung in Kraft. Demnach müssen unmittelbare Kontakte, die in unmittelbarer Nähe über einen gewissen Zeitraum ohne Maske gewesen sind und nicht geimpft sind, in Quarantäne.
Sind Impfaktionen an Bremens Schulen geplant?
Das Ressort teilt mit, dass bislang keine Impfaktionen an Bremens Schulen geplant sind. "Die Kinder- und Bildungssenatorin hat allerdings die Schulen für etwaige Impfaktionen zur Verfügung gestellt", sagte der Ressortsprecher. Zudem setzt die Behörde in Zusammenarbeit mit Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) auf Info-Veranstaltungen an Schulen. Mit Broschüren und digitalen Sprechstunden wolle man künftig Jugendliche ab 12 Jahren erreichen und aufklären.
Wie viele Bremer Schulen sind mit Luftfiltern ausgestattet?
Bestellt sind rund 4.500 Luftreinigungsgeräte. Davon seien bereits rund 3.700 Geräte ausgeliefert und einsatzbereit, sagte Kilincsoy. Rund 72 Prozent der Unterrichtsräume aller Schulen seien mit mobilen Luftreinigungsgeräten ausgestattet. "Sofern man nur die Klassenräume berücksichtigen würde, liegen wir in Bremen faktisch bei einer Quote von 100 Prozent", so der Behördensprecher weiter. Ähnlich sehe es aus, wenn man nur die Bremer Grundschulen berücksichtigt: In circa 71 Prozent aller Unterrichtsräume sei ein mobiles Luftreinigungsgerät vorhanden. "Ziel ist, eine 100-prozentige Ausstattung aller Unterrichtsräume zu ermöglichen", so Kilincsoy.
Wie sollen coronabedingte Lernrückstände aufgeholt werden?
Mit Beginn des Schuljahres 2021/2022 soll es zunächst eine Bestandsaufnahme geben. Die Schulen erfassen, welche Folgen anderthalb Jahren Pandemie auf die Kinder und Jugendlichen haben. Dabei geht es nicht nur um Lernverluste, sondern auch um "psycho-emotionale Verfassung und körperlich-motorische Fähigkeiten", so die Bildungsbehörde. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen dann Maßnahmen geplant werden.
Was erwartet Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer in Bremerhaven?
Bewohnerinnen und Bewohner der Seestadt müssen sich noch etwas gedulden. Voraussichtlich werden die konkreten Pläne zum Schulstart am Dienstag veröffentlicht.

Wie geht es nach den Ferien an Bremer Schulen weiter?

Video vom 20. Juli 2021
Schulkinder im Unterricht.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Sophie Schwarz

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 27. August 2021, 7:40 Uhr