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Diese 5 Punkte sollen das Radfahren in Bremerhaven attraktiv machen

Die Große Koalition will die Stadt fahrradfreundlicher machen. Fünf konkrete Ideen haben die Politiker mit Beteiligung des ADFC ausgearbeitet.

Albrecht Wenzel fährt an einem Auto vorbei, das aus dem Parkhaus des Columbus Centers kommt
Einige Ecken, wie hier die Ausfahrt des Parkhauses im Columbus Center, können für Radfahrer gefährlich werden. Die Politik will das Radfahren in der Stadt nun sicherer machen. Bild: Radio Bremen | Joschka Schmitt

790.000 Euro will die Große Koalition in Bremerhaven im kommenden Jahr in die Fahrradinfrastruktur der Stadt investieren. Das sei dreimal so viel wie in vergangenen Jahren. Für die nächste Sitzung des Bauausschusses haben SPD, CDU und FDP eine Reihe von Anträgen eingereicht, die das Radfahren in der Stadt attraktiver machen sollen. Und auch die Grünen bringen Vorschläge ein.

Das ist der größte Aufschlag im Bereich Radverkehr, den wir je hatten.

Hauke Hilz
Hauke Hilz, Fraktionsvorsitzender der FDP in der Stadtverordnetenversammlung

1 Eine Nord-Süd-Verbindung durch die Stadt

Ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag, das nun auch in einem Antrag für den Bauausschuss am Donnerstag festgehalten ist, ist eine "durchgehende Nord-Süd-Trasse". Der örtliche ADFC hat dafür schon einen Vorschlag vorgelegt. Einen Teil dieser vom ADFC vorgeschlagenen Route wollen SPD, CDU und FDP nun in Angriff nehmen. Die Route führt vom Geestesperrwerk in Geestemünde bis zur Kreuzung Cherbourger Straße/Langener Landstraße in Speckenbüttel. "An dieser Strecke liegen nur fünf Ampeln, das ist sehr gut", sagt ADFC-Vorstandsmitglied Hans Joachim Schmeck-Lindenau.

Die Grünen schlagen derweil zwei alternative Varianten vor, die durch die Innenstadt führen. Beide Routen starten an der Geestebrücke und enden am Zolltor "Roter Sand". Doch während Variante 1 parallel zur Fußgängerzone verläuft, führt Variante 2 über den Theodor-Heuss-Platz mitten durch die Einkaufsmeile "Bürger". Wenn es nach den Grünen geht, wäre die "Bürger" in Zukunft Fahrradstraße.

Das sind die drei vorgeschlagenen Fahrradrouten

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Der ADFC unterstützt auch die Vorschläge der Grünen. "Für die Achsen der Grünen ist nicht viel erforderlich", sagt Schmeck-Lindenau. Die könnten ohne große Bauarbeiten sofort ausgewiesen werden. Der ADFC habe diese Routen nicht in Betracht gezogen, da die Fußgängerzone bisher für Radfahrer gesperrt ist, sagt Schmeck-Lindenau. Bei der vom ADFC vorgeschlagenen und von der Großen Koalition favorisierten Route seien hingegen einige Bauarbeiten nötig, um die Strecke für Radfahrer sicher auszubauen, so Schmeck-Lindenau. Er hofft, dass in Zukunft viele Radrouten durch die Stadt führen.

2 Fahrradfahren in der Fußgängerzone zeitweise erlauben

Während die Grünen das Radfahren in der Fußgängerzone komplett erlauben wollen, wollen SPD, CDU und FDP zumindest das Zeitfenster erweitern – jedoch erstmal nur testweise. Sechs Monate lang sollen Radfahrer von 18 bis 11 Uhr durch die Fußgängerzone fahren dürfen. Aktuell ist das nur von 22 bis 10 Uhr erlaubt. So könnten Radfahrer auch zu den Randzeiten zum Einkaufen durch die Innenstadt fahren. Anschließend soll ausgewertet werden, ob dabei Fußgänger gefährdet wurden und ob diese Regelung den Einzelhandel belebt hat. Sollte es direkt zu Gefahrensituationen kommen, soll die Testphase allerdings sofort beendet werden. Der Test soll im März kommenden Jahres beginnen.

3 Radwege sanieren

Es gibt in der Stadt einige Stellen, an denen unter anderem Baumwurzeln auf den Radwegen stören. Diese Stellen sollen dokumentiert und anschließend saniert werden, fordern SPD, CDU und FDP. Darüber hinaus hat die Große Koalition weitere Anträge auf Sanierungen bereits bekannter mangelhafter Radwege gestellt. So sollen die Radwege an der Elbestraße sowie neben der Wulsdorfer Rampe saniert werden. Auch darüber soll am Donnerstag beraten werden.

4 Radwege ausschildern

Laut Großer Koalition müssen die Radwege in Bremerhaven besser ausgeschildert werden. Der Magistrat soll gemeinsam mit dem ADFC ein Konzept dafür erarbeiten, heißt es im Antrag.

5 Sicherheitsspiegel

An unübersichtlichen Kreuzungen sollen Sicherheitsspiegel installiert werden, damit Lkw-Fahrer die Radfahrer besser erkennen können. Der Großen Koalition schwebt vor, dass der Magistrat gemeinsam mit der Polizei, dem Ordnungsamt sowie interessierten Radfahrern gefährliche Kreuzungen ausmacht und dann mit entsprechenden Spiegeln ausstattet.

Projekte so gut wie beschlossen

Um den Radverkehr in Zukunft noch besser zu gestalten, fordert die Große Koalition zudem, dass der Magistrat einen Nahmobilitätsbeauftragten einstellt. Der soll sich unter anderem um mögliche Fördermöglichkeiten für Radprojekte kümmern, aber auch für den ÖPNV und andere Verkehrsfragen und -projekte zuständig sein.

Da die Großen Koalition die Stimmenmehrheit hat, kann sie ihre Anträge auch ohne die Zustimmung der Opposition beschließen. Der Bau- und Umweltausschuss beginnt am Donnerstag ab 16 Uhr in der Stadthalle. Die Sitzung ist öffentlich. Bis zum Sitzplatz muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Rückblick: Hier ist Radfahren in Bremerhaven besonders gefährlich

Video vom 7. August 2020
Ein Radfahrer mit Helm zwischen Autos im Straßenverkehr.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Sonja Harbers Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 10. November 2020, 16 Uhr