Bremerhaven steht kurz vor der nächsten Corona-Warnstufe

Audio vom 5. Oktober 2021
Blick auf Gebäude am Wasser. Im Vordergrund liegt eine Maske.
Bild: Radio Bremen | Sonja Harbers
Bild: Radio Bremen | Sonja Harbers

Die Hospitalisierungsinzidenz ist weiterhin hoch, die Lage in den Kliniken angespannt. Der Magistrat muss laut Coronaverordnung eine neue Warnstufe ausrufen.

Die Hospitalisierungsinzidenz liegt in Bremerhaven weiter im zweistelligen Bereich. Am Dienstag hat das Gesundheitsressort einen Wert von 10,57 gemeldet.

Wie ist die Lage aktuell in Bremerhaven?
Henning Meyer, Sprecher des Klinikums Reinkenheide, spricht von einer angespannten Lage. "Im Rückblick auf die letzten acht Wochen liegt der Altersdurchschnitt der Corona-Patienten bei uns im Haus bei etwa 50 Jahren und ist damit deutlich niedriger als in den vorherigen Corona-Wellen", so Meyer. Er betont: "Die schweren Verläufe treffen bisher ausnahmslos ungeimpfte Personen. Sogenannte Impfdurchbrecher sind seltene Zufallsbefunde, die bisher auch keine schweren Verläufe zeigen." In der Klinik Reinkenheide liegen aktuell neun Corona-Patienten, zwei davon werden auf der Intensivstation versorgt und auch beatmet. Insgesamt werden in der Stadt 16 Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt.

Noch seien ausreichend Betten und Beatmungsgeräte vorhanden. Wenn das Krankenhaus an seine Grenzen stoße, sei ein erster Schritt zu gucken, ob andere Kliniken unterstützen können. "Sollte das nicht reichen, sind wir mit entsprechenden Plänen darauf vorbereitet, unsere Kapazitäten zur Behandlung von Corona-Patienten auszuweiten", so Meyer. Das würde dann allerdings eine erneute Einschränkung für Patientinnen und Patienten mit anderen Erkrankungen bedeuten.

Lage in den Krankenhäusern im Land Bremen

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Folgt jetzt eine neue Warnstufe?
Das Bremer Gesundheitsressort hat am Dienstag eine Hospitalisierungsinzidenz für Bremerhaven von 10,57 gemeldet. Damit liegt die Stadt den fünften Tag in Folge über 6. Entsprechend muss laut aktueller Coronaverordnung des Landes Bremen die Warnstufe 2 in Kraft treten, bestätigt Magistratssprecher Volker Heigenmooser. Das muss nun der Magistrat bekanntgeben. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) empfiehlt dem Magistrat, in jedem Fall verschärfende Corona-Maßnahmen zu erlassen.
Ab wann gelten die neuen Regeln?
Die Regeln der neuen Warnstufe treten laut Verordnung am übernächsten Tag nach der Bekanntmachung in Kraft. Der Magistrat wird voraussichtlich an diesem Mittwoch die amtliche Bekanntmachung veröffentlichen. Somit würden die neuen Regeln ab Freitag gelten.
Was gilt in Warnstufe 2?
Magistratssprecher Volker Heigenmooser verweist auf die Coronaverordnung. Die besagt Folgendes:

Abstand: In Stufe 2 muss außerhalb der eigenen Wohnung ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Davon ausgenommen sind:
  • alle Angehörigen eines Hausstandes sowie enge Familienangehörige, Paare gelten als ein Hausstand, auch, wenn sie nicht zusammenleben
  • Zusammenkünfte zweier Hausstände oder von bis zu zehn Personen aus verschiedenen Hausständen, wobei Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren sowie Begleitpersonen von hilfebedürftigen Menschen (aufgrund von Alter, Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung) ausgenommen sind
  • Einrichtungen oder Veranstaltungen, für die der Zutritt nach dem 2G-Zugangsmodell (nur geimpft und genesen) geregelt ist
  • die Ausübung von Sport
  • die Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege
  • der Unterricht und die Betreuung an Schulen, soweit das Kohortenprinzip vorgesehen ist
  • die Teilnahme am Lehrveranstaltungen und Prüfungen sowie die Nutzung von Lernplätzen der Hochschulen, der Staats- und Universitätsbibliothek sowie der Hochschule für Öffentliche Verwaltung
  • bei körpernahen Dienstleistungen sowie von Handwerksleistungen, bei denen ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann, sind erlaubt, wenn entsprechende Hygienemaßnahmen getroffen werden

Masken: Im öffentlichen Personenverkehr und im Einzelhandel muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Außerdem besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in sonstigen geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind, soweit kein geeignetes Schutz- und Hygienekonzept vorliegt. Dies gilt nicht für Einrichtungen oder Veranstaltungen, die den Zutritt nach der 2G-Option umsetzen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren können statt einer OP- oder einer FFP2-Maske auch eine Stoffmaske tragen. Kinder unter sechs Jahren müssen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Veranstaltungen: Es gilt im Innenbereich die 3G-Regelung mit Kapazitätsbeschränkungen, Abstandsregeln und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Es besteht die Möglichkeit, ein optionales 2G-Modell einzuführen. Dann können Abstandsregeln, Kapazitätsbeschränkungen und die Maskenpflicht entfallen. Die Vorlagepflicht eines Hygienekonzeptes und die Genehmigungspflicht bei Großveranstaltungen bleiben bestehen.
Was passiert, wenn die Hospitalisierungsinzidenz weiter so hoch bleibt?
Stufe 3 würde gelten, wenn die Hospitalisierungsinzidenz an fünf Tagen infolge bei über 12 liegt, also in den vergangenen sieben Tagen mehr als zwölf Personen pro 100.000 Einwohner mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus gekommen sind. Für Warnstufe 3 steht noch wenig Konkretes fest. In der aktuellen Coronaverordnung heißt es nur, dass alle Maßnahmen aus Stufe 2 gelten und weitere Maßnahmen nach Bedarf getroffen werden können.

Hospitalisierungsinzidenz löst 7-Tage-Inzidenz in Bremen ab

Video vom 1. Oktober 2021
Eine Darstellung der neuen Hospitalisierungs Inzidenz für die neue Corona Verordnung.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Sonja Harbers Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. Oktober 2021, 19 Uhr