Fragen & Antworten

Beschauliches Garlstedt erwartet 2.000 US-Soldaten

Tausende US-Soldaten werden ab Februar für eine Nato-Übung nach Europa verlegt – auch ins Bremer Umland. Im Kreis Osterholz wurden Zelte für die Soldaten aufgebaut.

Ein Militär-Zelt, welches aufgebaut wurde.

Ab Februar wird es voll im beschaulichen Garlstedt: Die knapp 1.200 Einwohner bekommen Besuch von über 2.000 US-Soldaten, die für eine Nato-Übung in den Ort im Kreis Osterholz verlegt werden. Die Aktion ist Teil der größten Verlegeübung von US-Soldaten nach Europa seit 25 Jahren: Insgesamt nehmen 37.000 Soldaten aus 19 Nationen an der "US Defender Europe 2020" teil.

Da ist es kein Wunder, dass das Manöver eine logistische Herausforderung ist. Um diese zu meistern, nimmt auch die Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt zwischen Bremen und Bremerhaven Soldaten auf – und hat sich seit dem vergangenen Jahr auf die Ankunft vorbereitet. Unter anderem wurde in den letzten Wochen eine Zeltstadt für die Soldaten errichtet.

Wie lief der Aufbau der Zeltstadt?
Die Bundeswehr hat für den Aufbau Spezialeinsatzkräfte nach Garlstedt geholt. Insgesamt mussten 100 Soldaten nämlich in neun Wochen 22 Großzelte aufbauen. Das Problem: Mit zwei Fußballfeldern ist der Aufbauplatz für diese Menge an Zelten recht klein, und auch der Boden war matschig.
Neben den Zelten mussten auch ein Kiosk, eine Sporthalle und große Treibstofftanks mit Spezialkränen antransportiert und aufgebaut werden.
Bis Anfang Februar muss alles schließlich fertig sein. Dann kommen nämlich die Soldaten an. Zunächst landen sie in Hamburg und werden von dort nach Garlstedt gebracht. Hier bleiben sie dann ein paar Tage, bevor es nach Bremerhaven geht. Dort nehmen sie Panzer und Militärfahrzeuge in Empfang und machen sich auf den Weg nach Polen.
Luftaufnahme der Life Support Area Garlstedt.
2.000 Soldaten sollen in dem Zeltlager unterkommen. Bild: Bundeswehr/Abbas
Was wird die Bevölkerung von dem Manöver merken?
Laut Andre Erich Denk, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr, wird die An- und Abreise der 2.000 Soldaten für die Bevölkerung kaum wahrnehmbar sein – der größte Teil der Truppenbewegung werde nämlich nachts stattfinden.
Garlstedt ist sozusagen eine Zwischenstation, an dem die US-Soldaten sich etwa eine Woche lang auf den 4.000 Kilometer langen Weg Richtung Osten vorbereiten: Das Nato-Manöver konzentriert sich als Drehschreibe für das Material und Fahrzeuge auf Bremerhaven. Anschließend läuft der eigentliche Verlegungseinsatz nach Osteuropa. Bei diesem Durchreiseverkehr leistet die deutsche Bundeswehr Mithilfe.
Wozu wird dieser Aufwand betrieben?
Für die USA und die Nato ist die Übung ein Mittel, um ihre Abschreckungsfähigkeit zu demonstrieren. Die Aktion soll also Gegner abschrecken und zeigen, dass man im Krisenfall schnell ein solches Manöver organisieren kann. Es gab immer wieder solche Verlegungen in der Vergangenheit, zuletzt 2017.
Kritiker rechnen zum einen mit großen Verkehrsproblemen. Außerdem gibt es Friedensaktivisten, die dieses Manöver eher als Provokation werten. Die Bundeswehr rechnet auch mit Demos rund um den Transport auf Schienen und Straßen.

Was die Verlegung für Bremerhaven bedeutet:

Der deutsche Generalleutnant Schelleis und der amerikanische Generalmajor Rohling stehen nebeneinander.

Weitere Informationen:

Autorin

  • Anna Berkhout

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. Januar 2020, 19:30 Uhr