Gehen dem Norden bald die Fahrlehrer aus?

  • Zahl der Fahrlehrer in Bremen seit 2011 um 16 Prozent gesunken
  • Rückgang liegt in Niedersachsen bei rund 8 Prozent
  • Ein Drittel der aktiven Fahrlehrer steht laut Verband kurz vor dem Ruhestand
Eine Fahrlehrer und eine Fahrschülerin stehen vor einem Auto.
Eine private Ausbildung zum Fahrlehrer kostet mehr als 10.000 Euro. Aber nicht nur deshalb gibt es in der Branche Nachwuchsprobleme. Bild: DPA | Swen Pförtner

Fachkräfte fehlen in vielen Branchen – auch in den Fahrschulen. Bald könnte es noch schlimmer kommen, denn ein Großteil der Fahrlehrer kommt ins Ruhestandsalter. "Aktuell sind rund zwei Drittel der Bremer Fahrlehrer älter als 55 Jahre", sagt Michael Kreie, Vorsitzender des Bremer Fahrlehrerverbandes. "Das heißt auch, dass in den nächsten Jahren ein Drittel in den Ruhestand wechseln wird."

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Zudem gibt es laut Kraftfahrt-Bundesamt seit Jahren immer weniger Fahrlehrer: In Bremen ist die Zahl zwischen 2011 und 2017 um 44 auf 227 gesunken – das entspricht einem Minus von rund 16 Prozent. In Niedersachsen fällt die Bilanz mit einem Rückgang von gut acht Prozent ebenfalls negativ aus. 2011 hatten 6.161 Männer und Frauen die Fahrlehrerlaubnis, 2017 nur noch 5.644.

Die Situation ist eng, aber nicht katastrophal.

Michael Kreie, Vorsitzender des Bremer Fahrlehrerverbandes

Die Fahrschulen seien prinzipiell in der Lage, alle Schüler aufzunehmen, sagt Kreie. "Aber gerade weil die Fahrschulen derzeit gut zu tun haben, hat man bei manchen Probleme, einen passenden Termin zu bekommen." Kreie ist aber optimistisch, dass die Branche die Situation meistern kann: Früher mussten angehende Fahrlehrer neben dem Autoführerschein auch einen für Motorräder und Laster haben. Das wurde Anfang des Jahres geändert. "Und die Ausbildungsstätten senden positive Signale. Die Lehrgänge werden sehr gut angekommen. Der Beruf bekommt langsam auch ein anderes Bild in der Öffentlichkeit", sagt Kreie.

Bundeswehr bildet weniger Fahrlehrer aus

Einen wesentlichen Grund für den Fachkräftemangel sieht der niedersächsische Fahrlehrerverband darin, dass die Bundeswehr seit Jahren deutlich weniger Fahrlehrer ausbildet als zu Wehrpflicht-Zeiten. Die kleinere Armee brauche eben auch weniger Fahrlehrer. Und eine private Ausbildung ist teuer, sie kostet mehr als 10.000 Euro. Darüber hinaus schrecken die ungewöhnlichen Arbeitszeiten viele Interessenten ab, sagt der Bremer Fahrlerverbands-Chef Kreie. "Wir können unsere Termine ja nicht vergeben wie ein Facharzt. Es geht immer nach den Bedürfnissen der Fahrschüler." Letztlich müsse der Beruf attraktiver gemacht werden. "Dabei geht es auch um eine bessere Bezahlung. Schließlich stehen wir für Verkehrssicherheit, deshalb wäre es auch vertretbar, wenn die Kosten für einen Führerschein steigen", sagt Kreie.

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Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 16. April 2018, 11 Uhr