Neuer Bremer Müllkalender sorgt für Ärger

Der Müll häuft sich in einigen Straßen, seitdem die Abholtage geändert wurden. Anwohner sind verärgert. Laut Stadtreinigung aber ist die Umstellung gelungen.

Seit Anfang Juli gelten für fast alle Bremer neue Müllabfuhr-Termine. Sie müssen ihre Tonnen jetzt also an anderen Tagen rausbringen. Offenbar läuft das aber noch nicht wirklich rund: Seit Tagen häuft sich an einigen Bremer Straßen der Müll.

Die Sprecherin der Bremer Stadtreinigung, Antje von Horn, erklärte auf Anfrage hingegen, dass die Umstellung "bisher im Großen und Ganzen gut" verlaufen sei. Die Veränderungen seien nötig, um die Touren der Müllfahrzeuge zu optimieren: "Die Entsorgungsfahrzeuge können nun effektiver ausgelastet werden."

Darüber diskutieren auch die buten un binnen-User auf Facebook. Aus ihrer Sicht hat die Umstellung nicht gut funktioniert: Fehlende Informationen, keine Ankündigungen, nicht geleerte Tonnen trotz Ankündigung: So die Vorwürfe in der Kurzfassung.

Wir haben keine Infos zur Änderung bekommen und auch keinen Abfallkalender. Aber so wie es in der Neustadt aussieht, waren wir nicht die Einzigen. Beruhigend, dass die neue bremische Gesellschaft nicht nur die Privatleute nicht informiert hat, sondern auch die Gewerbetreibenden nicht. Ich kann nur sagen... weiter so.

Heidi Ludewig - 9. Juli 2018, 22:46 Uhr.

Wenn man wenigstens so einen Abfallkalender bekommen hätte ...

Ivette Nu - 9. Juli 2018, 16:33 Uhr.

Ärgerlich ist nicht der neue Tag. Ärgerlich ist es, das zweimal hintereinander Restmüll abgeholt wurde. So dauert es tatsächlich 3 Wochen bis zur nächsten Abfahrt der gelben Säcke.

Hardo Weizel - 9. Juli 2018, 14:24 Uhr.
Gelbe Säcke und Altpapiertonne am Straßenrand in der Bremer Neustadt.
Gelbe Säcke sind in einigen Stadtteilen liegengeblieben.

Den Vorwurf der mangelnden Informationen kann Stadtreinigungssprecherin von Horn nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Das Unternehmen habe frühzeitig auf die Änderungen hingewiesen. Der neue Bremer Abfallkalender sei im Juni an alle Bremer Haushalte verschickt worden. Und: "Wir haben in den letzten Tagen über 1.300 Abfallkalender nachgedruckt und an die Kunden per Post verschickt." Außerdem sei der Kalender im Internet abrufbar.

Es wurde mit Anhängern direkt an den Mülltonnen auf die neuen Termine hingewiesen, in der Stadt wurde über Großbildflächen und Plakaten informiert und wir haben Anzeigen geschaltet und auf Postkarten geworben. Auch auf den Fahrzeugwerbeflächen an den Müllfahrzeugen wurde auf die neuen Termine aufmerksam gemacht.

Antje von Horn, Pressesprecherin Bremer Stadtreinigung

Viele Anrufe bei der Stadtreinigung

Gelbe Säcke und Altpapier am Straßenrand in der Bremer Neustadt.
Viele Bremer ärgern sich derzeit über ihre Müllabfuhr.

Von Horn räumt aber ein, dass der Informationsbedarf bei vielen Bremern dennoch hoch war. So hätten die Mitarbeiter des Callcenters innerhalb der ersten Woche der Umstellung rund 3.500 Gespräche geführt. Deshalb habe das Unternehmen auch mehr Personal im Callcenter eingestellt. "Derzeit sind bis zu 15 Personen am Telefon und beraten unsere Kunden", so von Horn weiter.

Sie rechnet damit, dass die Gelben Säcke innerhalb dieser Woche von den Straßen verschwinden: "In dieser Woche werden die Gebiete gefahren, deren Abfuhrtag für Papier und Verpackungen weiter auseinander lag." Mittlerweile lasse auch der "Anruferansturm" im Callcenter nach.

Auch positive Stimmen im Netz

Es äußern sich übrigens nicht alle Bremer negativ: Einige Facebook-Nutzer haben Verständnis für die Anlaufschwierigkeiten nach der Umstellung, bei vielen klappe es sogar sehr gut mit der Müllabfuhr.

Bei uns läuft alles nach Plan. Kann mich nicht beschweren.

Naitisirhc Apmek - 10. Juli 2018, 14:14 Uhr.

Für unser Haus haben wir den Müll wieder reingeholt. Ist ärgerlich die Umstellung, aber deshalb alles rumfliegen zu lassen, ist auch nix. Immerhin haben wir ja den Müll produziert!

Anika Otten - 9. Juli 2018, 19:10 Uhr.

Theoretisch hat jeder doch den neuen Kalender bekommen. 3 Wochen sind zwar doof aber es gibt ja noch Wertstoffhöfe zum zwischendurch wegbringen.

Sonja Bösselmann - 9. Juli 2018, 17:18 Uhr.
  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 10. Juli 2018 23:20 Uhr