Fragen & Antworten

Mehr Müll durch Corona: Jetzt räumt Bremen auf

"Mission Orange" nennt sich ein Projekt für mehr Sauberkeit der Bremer Stadtreinigung. Auftakt ist eine große Aufräumaktion, die heute startet.

Teilnehmer einer Müllsammelaktion am Ostseestrand bringen den gefundenen Müll zur Sammelstelle (Symbolbild)
Jede Menge Müll soll am Freitag und Samstag bei der Aufräumaktion der Bremer Stadtreinigung gesammelt werden. Bild: DPA | Bernd Wüstneck

Rund 4.000 Menschen räumen am Freitag und Samstag in Bremen auf, sammeln Müll auf Wegen und öffentlichen Plätzen in der Stadt ein. Für die Aktion anmelden konnten sich Privatpersonen, aber auch Schulen, Kitas und Firmen. "Wegen der aktuellen Corona-Regeln haben wir ein besonderes Hygiene- und Schutzkonzept entwickelt. Statt wie sonst spontan mitzumachen, mussten sich diesmal alle vorher anmelden", erklärt Lena Endelmann, Sprecherin der Bremer Stadtreinigung.

Worum geht es beim neuen Projekt "Mission Orange" der Bremer Stadtreingung?
Laut Stadtreinigung ist das Ziel von "Mission Orange", die Sauberkeit in der Stadt zu verbessern – und zwar gemeinsam mit allen Bremerinnen und Bremern. "Mission Orange" ist das Nachfolgeprojekt von "Bremen räumt auf". Bei der Aktion, die seit vielen Jahren stattfindet, haben sich Menschen in ganz Bremen zum gemeinsamen Aufräumen getroffen. Diese Aktion wird nun im Rahmen von "Mission Orange" fortgesetzt. "Mission Orange" umfasst aber noch mehr: Laut Bremer Stadtreinigung sind ganzjährig weitere Aktionen zu den Themen Stadtsauberkeit und Nachhaltigkeit geplant. Zudem soll sich zu den Themen ein Netzwerk aus Initiativen, Firmen und Vereinen aufbauen. Auch eine verstärkte Aufklärungsarbeit bei Kindern und Jugendlichen ist geplant.
Wird in der Corona-Zeit mehr Müll produziert?
Laut Bremer Stadtreinigung ist das Restmüllaufkommen im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent gestiegen, beim Biomüllaufkommen liegt der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr sogar bei 8, 5 Prozent. "Der Grund dafür ist, dass die Leute überwiegend zu Hause waren und mehr gekocht haben", sagt Lena Endelmann, Sprecherin der Bremer Stadtreinigung. Zudem seien in den Monaten März und November deutlich mehr Grünabfälle abgegeben worden und auch beim Sperrmüll habe es einen Anstieg gegeben: "Denn natürlich war durch die Pandemie mehr Zeit, um zu renovieren oder zu entrümpeln", so Endelmann. Konkrete Zahlen zum Sperrmüll gibt es allerdings noch nicht. Bei Papier, Pappe und Karton gab es laut Stadtreinigung keine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.
Steigerung von Abfällen während Corona Restmüll + 3,5 % + 8,5 % + 14,0 % Biomüll Gartenabfälle
Quelle: Bremer Stadtreinigung
Gibt es seit der Pandemie auch mehr Müll auf Bremens Straßen und öffentlichen Plätzen?
Mit Zahlen belegen lässt sich das nicht, aber die Bremer Stadtreinigung nimmt wahr, dass seit Beginn der Pandemie deutlich mehr Einwegverpackungen, wie etwa To-Go-Becher, im öffentlichen Raum anfallen. "Gerade nach dem ersten warmen Frühlingswochenende im Februar sah es an manchen Stellen in der Stadt, zum Beispiel am Osterdeich, katastrophal aus", sagt Endelmann. Die Kolleginnen und Kollegen der Stadtreinigung hätten in Dreifachschichten arbeiten müssen, um den Müll zu beseitigen, so die Sprecherin. Achtlos weggeworfene oder aus der Jacke gefallene Masken seien indes nicht das große Problem: "Im Vergleich zu den Einwegverpackungen müssen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon nicht so viele entsorgen", sagt Endelmann.

Folge von Corona: Menge an Plastikmüll steigt stark an

Video vom 30. September 2020
Eine Halle mit mehreren Bergen von Plastikmüll.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Catherine Wenk

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. März 2021, 19:30 Uhr